Bewegungsstudie Säugetiere werden vom Menschen eingeengt
Landsäugetiere bewegen sich in stark vom Menschen beeinflussten Regionen deutlich weniger als in naturbelassener Wildnis. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie des Frankfurter Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums. Dafür wurden 57 verschiedene Arten untersucht - wie diese Giraffen.
Bruce Patterson vom Field Museum in Chicago lieferte Daten zu drei Löwen, die er vor einigen Jahren genauer untersucht hatte. Eine dieser Raubkatzen durchstreifte dabei ein Gebiet von 1400 Quadratkilometern. Das entspricht in etwa der halben Fläche des Saarlands. Das abgebildete Tier hat seinen Lebensraum in Kenia.
Über alle Arten betrachtet, bewegten sich die Landsäuger in vom Menschen geprägten Gebieten im Schnitt nur ein Drittel bis halb so weit wie in unberührter Natur, fanden die Forscher heraus.
Zum einen würden Tiere wie Zebras, Löwen oder Elefanten, die weite Lebensräume bräuchten, in dichter besiedeltes Gebiet nicht mehr vorstoßen. Das schlage sich dann in der Statistik nieder.
Tiere, die sich nicht gänzlich abschrecken lassen, würden in vom Menschen beeinflussten Regionen geringere Strecken zurücklegen. "In einigen dieser Gebiete gibt es teilweise ein besseres Futterangebot, daher müssen die Tiere nicht mehr weite Strecken auf sich nehmen, um satt zu werden. Außerdem schränken Straßen und die Zerstückelung der Lebensräume vielerorts die Tiere in ihrer Bewegung ein", sagt Studienleiter Thomas Müller laut einer Mitteilung seines Instituts.
Den Forschern zufolge sind geschätzte 50 bis 70 Prozent der Landfläche auf der Erde momentan durch den Menschen beeinflusst. Den Ergebnissen der Studie zufolge sind die Tiere dort nicht generell langsamer unterwegs, sondern legen über einen längeren Zeitraum betrachtet weniger Strecke zurück.