Dieter Hildebrandt "Schonungslose Kritik"
"Zorn gehört dazu": Ohne Zorn, sagt Dieter Hildebrandt im einestages-Interview, "braucht man gar nicht auf die Bühne". Ebenso wie Ärger sei aber auch Freude zu den beiden großen Motoren des Kabaretts.
Meckern, Sticheln, Kritisieren: Als "Kontroll-Organ" begeisterte Dieter Hildebrandt im Programm "Krisen-Slalom" der Münchner Lach- und Schießgesellschaft im Jahr 1964 das Publikum. "Meckern, Sticheln und schonungsloses Kritisieren" war oberste Maxime des Ensembles.
Wichtige Begegnung: Nach dem Krieg lernte Dieter Hildebrandt den Schriftsteller, Drehbuchautoren und Kabarettisten Erich Kästner persönlich kennen. "Ein wunderbarer Mann mit buschigen Augenbrauen und einem sehr verschmitzten Lächeln", beschreibt Hildebrandt ihn im Rückblick. Er war es, der dem jungen Hildebrandt komisches Talent bestätigte und ihn so in seinem Berufswunsch bestärkte.
Politisch engagiert: Dieter Hildebrandt auf einer Kundgebung zum sogenannten Konkordat, einer Übereinkunft zwischen katholischer Kirche und dem Land Niedersachsen aus dem Jahr 1965.
"Nie wieder achzig!": Dieter Hildebrandt 2007 im Berliner Kaufhaus des Westens bei einer Signierstunde für sein Buch.
Großes Vorbild: Werner Finck (1902-1978) gehört zu den großen Vorbildern von Dieter Hildebrandt. Der Kabarettist (hier eine Aufnahme um 1950) wurde 1935 verhaftet und in das Konzentrationslager Esterwegen gebracht. Kurz darauf wurde er wieder entlassen, erhielt allerdings Arbeitsverbot. Hildebrandt lernte Finck nach dem Krieg in München kennen.
Wähl den, der lügt: Mit Programmen wie "Tour de Trance" (1960), "Wähl den, der lügt" (1961) und "Überleben Sie mal" (1962) reüssierte die Münchner Lach- und Schießgesellschaft Anfang der Sechziger. Das Foto von 1961 zeigt (v.li.) Klaus Havenstein, Ursula Noack, Hans Jürgen Diedrich und Dieter Hildebrandt.
Der Moor: Die Lach- und Schieß-Urgesteine Dieter Hildebrandt (li.) und Klaus Havenstein in einer Szene des Progamms "Der Moor ist uns noch was schuldig " von 1968.
Titanen des Kabarett: Die beiden Komiker Gerhard Polt (li.) und Dieter Hildebrandt bei der Aufführung des Theaterstücks "München leuchtet" in den Münchner Kammerspielen (Januar 1984).
Die drei Musketiere: Er sei dankbar für all die "Richlings und die Schramms" von heute, sagt Hildebrandt im Interview. Die jungen Kollegen seien einfach schneller als er, fügt der Kabarettist hinzu. Auf dem Foto: Mathias Richling (li.), Dieter Hildebrandt (re.) und Georg Schramm bei den Proben für den "Scheibenwischer" im Jahr 2001. Unter der Federführung von Hildebrandt wurden zwischen 1980 und 2003 insgesamt 144 Sendungen ausgestrahlt.
Multitalent: Dieter Hildebrandt, hier mit Gitarre, bei einem Auftritt in München um 1965.
Die Fantastischen Zwei: Viele Jahre lang haben der österreichische Kabarettist, Schauspieler, Autor und Box-Kommentator Werner Schneyder (re.) und Dieter Hildebrandt zusammen gearbeitet. Dieter Hildebrandt bezeichnet das Duo rückblickend als "wunderbaren Think-Tank" und seinen Kollegen Schneyder als "analytischen Kopf".
Lachen und schießen: Programmausschnitt des politischen Kabaretts "Münchner Lach- und Schießgesellschaft". Dieter Hildebrandt gründete das Ensemble 1956 gemeinsam mit Sammy Drechsel. 1972 ging die "Lach- und Schieß" auseinander, wurde jedoch 1976 neu gegründet. Das Foto aus den sechziger Jahren zeigt (v.li.): Jürgen Scheller, Klaus Havenstein, Ursula Noack, Hans Jürgen Diedrich und Dieter Hildebrandt.
"Denn sie müssen nicht, was sie tun": Mit dem Programm "Denn sie müssen nicht, was sie tun", trat das Kabarettensemble Münchner Lach- und Schießgesellschaft am 12. Dezember 1956 erstmals auf. Um die Leiter versammelt: Fred Kassen (Musiker und Hausherr des Lokals "Die Stachelschweine", Domizil des gleichnamigen Berliner Kabaretts; li.), Regisseur und Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft Sammy Drechsel (re.) gemeinsam mit den Kabarettisten Klaus Havenstein (oben), Ursula Herking (darunter), Hans Jürgen Diedrich (unten li.) und Dieter Hildebrandt (unten re.).