Digitalisierung an dänischen Schulen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Dänemark Digital Laptops raus, Klassenarbeit!

Digital ist besser, findet die Leitung des Ørestad-Gymnasium in Kopenhagen. Seit dem neuen Schuljahr wird der erste Jahrgang vollkommen ohne Papier unterrichtet, stattdessen nutzen die Schüler ihre Laptops. iPads haben die Schüler entnervt zurückgegeben.
1 / 6

Am Ørestad Gymnasium in Kopenhagen lässt es sich lernen: Hier gibt es nicht nur offene Klassenräume, sondern auch gemütliche Sofaecken. Zu dem modernen Unterrichtskonzept gehört auch, dass die Schule zukünftig zu 100 Prozent digital werden will. In drei Jahren soll das ganze Gymnasium ohne Bücher und Papier arbeiten. mehr... 

Foto: Lisa Srikiow / Ørestad Gymnasium
2 / 6

Der Vorteil des digitalen Klassenzimmers: Jeder Schüler kann sein eigenes Lerntempo wählen. Das Material für den Unterricht haben die Lehrer jeder Fachrichtung über fünf Jahre hinweg gesammelt oder selbst erstellt, von PDF-Dateien bis hin zu Übungsaufgaben, die zur Lebenswelt der Jugendlichen passen.

Foto: Lisa Srikiow / Ørestad Gymnasium
3 / 6

Das Gymnasium in Kopenhagen ist sehr beliebt. Rund hundert Bewerber musste die Ørestad Schule im vergangenen Schuljahr ablehnen. Die Begeisterung ist zu verstehen: Die Hälfte des Unterrichts findet im "Public Space" statt, die Arbeitsformen der Schüler wechseln ständig. Mal beschäftigen sie sich allein, mal lösen sie die Aufgaben in Gruppen. Nur Frontalunterricht ist hier selten.

Foto: Lisa Srikiow / Ørestad Gymnasium
4 / 6

Digital ist besser: Die Schüler bringen ihre eigenen Laptops mit in den Unterricht. Es gibt auch schuleigene Rechner, doch die werden kaum noch genutzt. Ein Unterrichtsversuch mit iPads schnitt bei den Schülern sogar schlecht ab: "Mit dem iPad kann man kaum schreiben. Jedes Mal, wenn wir einen längeren Text verfassen sollten, wurde es schwierig", sagt Mikael.

Foto: Lisa Srikiow / Ørestad Gymnasium
5 / 6

Nicht nur für den digitalen Unterricht ist das Gymnasium in Dänemark bekannt, sondern auch für seine moderne Architektur. Das Gebäude ist der "dritte Erzieher", nach den Lehrern und anderen Schülern. Dieses Konzept geht auf den italienischen Erziehungswissenschaftler Loris Malaguzzi zurueck. Im Ørestad Gymnasium sollen die Jugendlichen lernen, aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zu inspirieren. Deshalb gibt es kaum geschlossenen Räume, sondern viel Platz, damit sie sich frei bewegen können.

Foto: Lisa Srikiow / Ørestad Gymnasium
6 / 6

Blick von oben: Sitzgruppen wie diese gibt es in der ganzen Schule. Lernen findet quasi überall statt. Das macht es für die Lehrer nicht leicht zu kontrollieren, wer wirklich bei der Sache ist. Nur indem sie den Schülern ab und zu mal über die Schultern schauen, können sie verhindern, dass ihre Aufmerksamkeit nicht nachlässt und sie nicht im Internet surfen.

Foto: Lisa Srikiow / Ørestad Gymnasium
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?