Dikika Das älteste bekannte Kind
Australopithecus afarensis (Rekonstruktion): Ist dies Lucys Kind? Das drei Millionen Jahre alte Skelett eines Kleinkinds aus Ostafrika wirft neues Licht auf die Evolution des Menschen. Die lebensechte Nachbildung des Mädchens entstand anhand des Schädels und anderer Knochen vom Fundort in Äthiopien
Grabungsleiter Zeresenay Alemseged: Fünf Jahre lang suchte seine Arbeitsgruppe nach dem Fund des Kinderschädels die Böschung ab und durchsiebte den Boden nach Knochen, die das Wasser bergab gespült hatte
Zeresenay mit Dikika-Schädel: Das Kind steht vom Körperbau her zwischen zwei früheren Funden, dem männchlichen AL 444-2 und dem weiblichen Skelett, das als Lucy weltberühmt wurde. Zusammen ergeben sie ein Bild der frühen Menschenart Australopithecus afarensis, die vor mehr als drei Millionen Jahren lebte. Noch konnte man aber nicht alle Knochen aus dem Gestein herauslösen
Dikika-Schädel: Die Computertomografie des Fundstücks liefert Daten aus der Kindheit des Australopithecus afarensis. Man erkennt die Zahnentwicklung und die Größe des Gehirns. Die ersten bleibenden Backenzähne sind noch nicht durchgebrochen, was ein Alter von rund drei Jahren vermuten lässt. Das Gehirnvolumen entsprach mit 330 Kubikzentimetern dem eines dreijährigen Schimpansen und war viel kleiner als bei heutigen Menschen im gleichen Stadium der Zahnentwicklung. Ausgewachsen wäre das Gehirn aber etwas größer gewesen als bei Schimpansen
Heißes Äthiopien: Die weite, karge Landschaft von Dikika birgt Jahrmillionen altes Gebein. Als Australopithecus afarensis und andere Ahnen der modernen Menschen hier lebten, war die Gegend üppig grün. Nur zehn Kilometer entfernt wurden 1974 die Überreste von Lucy entdeckt