Donald Rumsfeld Der ewige Falke
Dieses Bild zeigt einen US-Soldaten in Afghanistan mit der Leiche des am 15. Januar 2010 getöteten Bauernsohns Gul Mudin. Der SPIEGEL hat im März drei Fotos aus dem Besitz der Beschuldigten veröffentlicht, die aus purer Mordlust unschuldige Afghanen umgebracht haben sollen. Die US-Armee hat für die Aufnahmen inzwischen um Entschuldigung gebeten. "Das schadet den Vereinigten Staaten und dem US-Militär unheimlich", sagt dazu Rumsfeld. "Schrecklich, dass so etwas geschehen ist."
Rückblick ins Jahr 2003: Folterfotos aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghuraib sorgten in der ganzen Welt für Empörung. Auf dem Bild ist eine US-Soldatin zu sehen, die einen irakischen Gefangenen an einer Hundeleine hält. "Abu Ghuraib war außerordentlich schädlich für die USA und hat unseren Feinden genutzt", sagt Rumsfeld.
Donald Rumsfeld hat kürzlich seine Memoiren veröffentlicht. "Known and Unknown" heißt das Werk, an dem er nach eigenen Angaben mehr als vier Jahre geschrieben hat. Er habe "auf den über 800 Seiten viele Zweifel und viele Anlässe des Bedauerns geschildert", sagte er im Gespräch mit dem SPIEGEL.
Die Anschläge des 11. September 2001 waren ein einschneidendes Erlebnis, auch für den damaligen Verteidigungsminister Rumsfeld. Er empfand das Datum als geschichtlichen wie persönlichen Wendepunkt - mehr als die Hälfte seiner Memoiren verwendet er auf die Zeit danach.
Rechts der Feldherr, George W. Bush, links seine Getreuen (von links) Donald Rumsfeld, Vizepräsident Dick Cheney und Außenministerin Condoleezza Rice. Im Hintergrund ist Generalstabschef Richard Myers zu sehen. Die Krieg im Irak läuft zu diesem Zeitpunkt seit zweieinhalb Jahren, die Gewalt im Land bekommen die US-Truppen aber nicht in den Griff.
Donald Rumsfeld bei seiner Verabschiedung durch George W. Bush im November 2008. Der damalige Präsident, schreibt Rumsfeld in seinen Memoiren, habe bereits wenige Tage nach dem 11. September 2001 Militärpläne geschmiedet - für den Irak.
Donald Rumsfeld (hier beim White House Correspondents' Association Dinner im Mai 2010) zeigt in seinen Memoiren wenig für den Leser erkennbare Selbstkritik. Im Gegenteil: Meist sind andere Schuld.