US-Vorwahlen Trumps Feinde
Donald Trump gilt als Top-Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Je größer sein Erfolg, desto größer der Rückhalt seiner Anhänger. Aber interessant ist auch: Der Widerstand wächst ebenfalls.
Selbst seine eigene Partei spaltet der Milliardär massiv. Einer derjenigen, die Trump am heftigsten angreifen, ist Lindsey Graham. Der langjährige Senator war zunächst selbst einer der Bewerber auf die Kandidatur. Nach seinem Rückzug hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Trump zu verhindern. "Mir fehlen inzwischen die Adjektive, um zu beschreiben, wie schrecklich Donald Trump aus meiner Sicht für die Partei und das Land wäre", sagt Graham.
Intellektuelle, Künstler und Schauspieler haben Protestgruppen gegründet. Eine davon ist "Stop Hate Dump Trump". Auch Cornel West macht mit, prominenter Professor in Princeton. West hat sich im Wahlkampf auf die Seite von Bernie Sanders geschlagen.
Ebenfalls mit an Bord der Protestgruppe ist Michael Moore. Der linke Filmemacher hat sich in den vergangenen Jahren in etlichen Fällen politisch engagiert. Moore sieht Trump als "ängstlichen, alten, weißen Mann" und protestierte im vergangenen Jahr vor dem Trump-Tower in Manhattan.
Der Gruppe "Stop Hate Dump Trump" haben sich mehrere Schauspieler aus Hollywood angeschlossen. Auch Jane Fonda ist darunter.
Seit Beginn seiner Kandidatur arbeitet sich Trump am Bush-Clan ab. Karl Rove, Ex-Berater von George W. Bush, schlägt zurück. Seit Monaten fordert er einen Alternativkandidaten und wirft dem Milliardär vor, nicht wählbar zu sein. Mit Gastbeiträgen in großen Zeitungen warnt er seine Partei, nicht den Zeitpunkt zu verpassen, um Trump ins Abseits zu stellen.
Auch Vertrauten von Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain graust es vor einem Präsidenten Donald Trump. Mark Salter, Autor und langjähriger Mitarbeiter McCains, rechnet mit dem New Yorker Geschäftsmann regelmäßig ab. "Die Ignoranz kennt man von Halbstarken auf dem Schulhof", sagt er über Trump.
Auch im Kongress hat sich längst Widerstand gebildet. Unter Konservativen gilt Trump als unsicherer Kantonist, der nicht entschlossen genug die Werte der Republikaner vertritt. Der Abgeordnete Trent Franks verschickte einen Brief an seine 245 Fraktionskollegen mit dem Appell, sich entweder hinter Marco Rubio oder Ted Cruz zu sammeln, Trumps stärksten Rivalen.
Inzwischen berichten auch die Medien kritischer über den Multimilliardär. Die "Washington Post" veröffentlichte einen vernichtenden Leitartikel, in dem sie die Republikaner dazu aufruft, alles in ihrer Macht stehenden zu tun, um Trump zu stoppen. In dem Kommentar stellte die "Post" den Hotelunternehmer wegen seiner radikalen Pläne in der Einwanderungspolitik in eine Reihe mit Stalin und Pol Pot.
Unklar ist, was die Gegenwelle auslösen kann. Trumps Basis hat sich als sehr stark erwiesen. Seine Anhänger scheinen umso entschlossener, ihn zu wählen, je mehr Gegner er hat.
Die absehbare Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, kennt Trump aus New York gut. Sollten sie beide gegeneinander antreten, dürfte es ein besonders schmutziger Wahlkampf werden. Man hätte bereits einiges gesammelt, womit man Trump angreifen könne, ließ ein Clinton-Insider kürzlich wissen.