Doping Der Fall Fuentes
Er gilt als Schlüsselfigur im spanischen Dopingmilieu: Der Arzt Eufemiano Fuentes, bei dem zahlreiche Spitzensportler ein- und ausgingen. Ab Montag steht der 57-Jährige in Madrid vor Gericht. 2006 bereits wurde er bei einer Razzia der "Operation Puerto" festgenommen.
Im Dezember 2010 standen die Ermittler bei ihm erneut vor der Tür, Fuentes wurde zum zweiten Mal in Gewahrsam genommen. Aber auch bei Athleten wie dem Leichtathletik-Star Marta Domínguez wurden die Polizisten damals vorstellig.
Domínguez hatte bei den Weltmeisterschaften in Berlin 2009 den Titel über 3000 Meter Hindernis gewonnen - ihr Sieg von damals erscheint jetzt in anderem Licht.
Aber auch ihr Langstrecken-Kollege Alberto Garcia erhielt Besuch von den Ermittlern. Wie Domínguez und Fuentes wurde auch der ehemalige 5000-Meter-Europameister vorläufig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt.
Garcia wird vorgeworfen, den Handel mit Dopingpräparaten betrieben zu haben. Auch sein Manager José Alonso gehörte 2010 zu den Festgenommenen.
Im Rahmen der Ermittlungen um Fuentes tauchte in der Vergangenheit auch immer der Name des mehrfachen Tour-Siegers Alberto Contador auf. Der Spanier hat jegliche Verbindung zu Fuentes abgestritten. Der Dopingfluch erwischte ihn dennoch: Contador wurde gesperrt, nachdem bei ihm die verbotene Substand Clenbuterol nachgewiesen wurde.
Zu den Fuentes-Kunden gehörten auch andere Spitzenfahrer wie Ivan Basso oder Joseba Beloki. Zur Rechenschaft gezogen wurden bisher jedoch erst wenige. Zu ihnen gehört der Deutsche Jörg Jaksche. Heute ist Jaksche so etwas wie ein Kronzeuge gegen Fuentes. Der Deutsche behauptet: Auch Fußballer gehörten zu Fuentes' Kunden.
Der Bekannteste auf der Liste des Dopingdoktors aus deutscher Sicht ist dennoch ein Radprofi: Jan Ullrich konnte vor allem deswegen überführt werden, weil sein Name in der Kundenkartei von Fuentes gefunden wurde.