Doping in Russland Mit System
Die Zentrale des russischen Olympiakomitees: Im Report der Wada ist von "Akzeptanz von Betrug auf allen Ebenen" die Rede.
Vorgestellt wurde der Report am Montag von der unabhängigen Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur. Vorsitzender ist Richard "Dick" Pound (Mitte), unterstützt wurde der Kanadier von seinem Landsmann Richard McLaren (l.) und dem Münchner Günter Younger.
Entscheidende Kronzeugen in der ARD-Reportage, die den Ermittlungen vorausging, waren die 800-Meter-Läuferin Julia Stepanowa (Bild) und ihr Mann Witali Stepanow, zwischen 2008 und 2011 Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada.
Russlands Leichtathletik-Präsident Walentin Balachnitschew war schwer belastet worden. Nach 20 Jahren an der Spitze des Verbands trat er im Februar zurück. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, von Athleten Geld für das Vertuschen positiver Dopingtests gefordert zu haben.
Viktor Chegin: Der 53-Jährige war bis 2014 Trainer der russischen Geher. In den vergangenen Jahren wurden 25 von Chegin betreute Athleten des Dopings überführt, darunter vier Goldmedaillengewinner der Spiele 2008 und 2012. Der Wada-Bericht wirft dem Coach desweiteren vor, Dopingproben massiv behindert zu haben.
Witali Mutko: Der Sportminister ist auch Mitglied in der Fifa-Exekutive, er war zudem Präsident von Zenit St. Petersburg und Vize-Bürgermeister der Heimatstadt von Wladimir Putin. Korruptionsvorwürfe gegen Mutko gab es schon zuhauf, doch der Minister klebt an seinem Posten.
Das russische Anti-Doping-Labor in Moskau: Die Wada hat dem Labor die Akkreditierung entzogen. Während der Suspendierung werden Dopingtests in alternativen, von der Wada akkreditierten, Labors durchgeführt.