Dorfgeschichte - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Dorfgeschichte Der Glaubenskrieg in Wennigloh

Mit den Flüchtlingen aus Ost-Galizien kamen 1945 die Protestanten nach Wennigloh im Sauerland. Das Problem: Es gab nur eine Kirche in dem kleinen Dorf. Katholik Ferdi Keuter berichtet vom Streit mit den "neuen Protestanten" - und einem bildhübschen evangelischen Mädchen in seinem Zuhause.
1 / 8

Das Wappen von Wennigloh: Im Grün die drei goldenen Eicheln mit einer nach oben offenen Mondsichel. Amtliches Wappen der eigenständigen Gemeinde Wennigloh. Die Eingliederung nach Arnsberg erfolgte am 1. Januar 1975.

2 / 8

Kleine Dorfkapelle: Das kleine Glöckchen im Kirchturm zeigte allen Dorfbewohnern die wichtigen Zeiten an. Mittags um 12 Uhr zur Pause, am Abend zum "Angelus"-Gebet, am Sonntag zur Messe, und als Totenglocke.

3 / 8

Prozession mit Vikar Schübeler: Eine Prozession zu Ehren eines Geistlichen der ein Jubiläum feiert. Vikar Schübeler ist mit dabei: in der zweiten Reihe vorn.

4 / 8

Kinderkommunion im Dorf: Herr Kaiser, Lehrer in der Gemeinde, führt die Jungen und Mädchen an, die zur ersten Kommunion gehen. Dazu gehört auch eine Prozession durch den Ort.

5 / 8

Kleinschnittger F125: In Arnsberg wurde die Firma Kleinschnittger 1949 von Paul Kleinschnittger gegründet. "Der kleine Flitzer" war nach den Kriegszeiten ein wahrer Hingucker. Die Menschen blieben stehen und staunten, die Fahrer haben es genossen.

Foto: Ferdi Keuter
6 / 8

Plausch vor der Haustür: Am Sonntag, dem einzigen arbeitsfreien Tag der Woche, im Jahr 1943 sitzen die Großmutter des Autors, Caroline Blume (links), und ihre Cousine "Fine" vor der Haustür und plaudern. Mit Vorliebe zählen sie Häuser des Dorfes und deren Bewohner. Der Ort Arnsberg ist überschaubar und liebenswert.

Foto: Ferdi Keuter
7 / 8

"Schusters Mariechen": Maria, die Tante des Autors, wohnt im selben Haus wie die Familie Pohl mit Tochter Margot. Ihre Ansichten hatten sich schon weit von den Träumen und Wünschen junger Mädchen entfernt. Sie sah sehr kritisch die jungen Freier zu "Margot" kommen. Da sie die Tochter eines Schusters war, hieß sie überall "Schusters Mariechen" (Aufnahme von 1943 in Arnsberg).

Foto: Ferdi Keuter
8 / 8

Zuhause der "Schuster"-Familie: Das Haus hatte circa 80 Quadratmeter Wohnfläche. Davon musste die Familie Blume zwei Zimmer abtreten an eine Familie, die 1945 aus Ost-Galizien vertrieben wurde. So lebten auf diesem Raum zeitweise sieben Personen. Ein "Plumpsklo" befand sich im Garten, Wasser für Mutter Pohl mit ihren zwei Töchtern gab es auf der Tenne, neben den Stallungen der Haustiere.

Foto: Ferdi Keuter
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?