Dritte RAF-Generation: Die Spuren des Terrors - DER SPIEGEL
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Dritte RAF-Generation Die Spuren des Terrors

Die Weltrevolution blieb aus, einstige Terroristen erreichen das Rentenalter. Jetzt hat ein Trio der dritten RAF-Generation Raubüberfälle verübt, da sind Fahnder sicher - aber über Baader-Meinhofs "Enkel" wissen sie wenig.
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Fahndungsplakat aus dem Januar 1985: Damals suchen die Ermittler nach der sogenannten dritten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF), nach Baader-Meinhofs "Enkeln". Eine sechsköpfige Gruppe war 1984 gefasst worden. Dennoch verübten die Linksterroristen eine Mordserie, die erst 1993 endete.

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BKA

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Ernst-Volker Staub, Daniela Klette und Burkhard Garweg (von links) werden zur dritten RAF-Generation gerechnet. Die Polizei geht davon aus, dass sie gemeinsam in den letzten Monaten für zwei Überfälle verantwortlich sind - im Juni und im Dezember 2015 auf Geldtransporter. In beiden Fällen musste das Tätertrio allerdings ohne Beute flüchten.

Foto: DPA/ BKA
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Chronik der RAF-Morde: Der tödliche Anschlag auf Ernst Zimmermann am 1. Februar 1985 gilt als erster Mord der dritten Generation der Roten Armee Fraktion. Nachdem eine falsche Briefbotin geklingelt hat, erschießt ein weiterer Terrorist mit seiner Maschinenpistole aus nächster Nähe den Chef des Rüstungskonzerns MTU in seinem Haus bei München. Die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden.

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Nur wegen des Ausweises: Am 8. August 1985 sprechen RAF-Terroristinnen den US-Soldaten Edward Pimental in einer Wiesbadener Diskothek an. Sie locken den Mann in ein Waldstück und töten ihn dort mit einem Schuss in den Hinterkopf. Die Frauen eignen sich seine ID-Card an.

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Gewaltige Explosion: Mit Pimentals Ausweis gelingt es der RAF, einen VW-Passat voller Sprengstoff durch die Kontrollen an der Rhein-Main-Air Base zu schmuggeln. Die Autobombe tötet einen US-Soldaten und eine Zivilangestellte, etliche Menschen werden verletzt. Birgit Hogefeld und Eva Haule werden für den Mord an Pimental und den Sprengstoffanschlag zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Haule wird 2007 entlassen, Hogefeld kommt 2011 frei.

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Elektronische Sprengfalle: Am frühen Morgen des 9. Juli 1986 zerfetzt eine ferngesteuerte Bombe das Fahrzeug des Siemens-Vorstands Karl-Heinz Beckurts. Der Manager und sein Fahrer Eckhard Groppler werden beim Anschlag in Straßlach bei München getötet. RAF-Mitglied Horst Ludwig Meyer soll an dem Attentat beteiligt gewesen sein. Zu einem Prozess kommt es nie, weil Meyer 1999 bei einem Schusswechsel mit der Polizei in Wien getötet wird.

Foto: Archiv/ dpa
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Schüsse auf offener Straße: Als Gerold von Braunmühl am 10. Oktober 1986 aus dem Taxi steigt, erschießen zwei Personen den Diplomaten vor seinem Wohnhaus in Bonn-Ippendorf. Einen Monat später veröffentlichen die fünf Brüder des Opfers einen offenen Brief an die RAF. 1996 besuchen zwei Brüder und ein Sohn des Toten die Terroristin Hogefeld im Gefängnis.

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Explosion per Lichtschranke: Am 30. November 1989 detoniert eine Bombe neben der Limousine des Deutsche-Bank-Chefs Alfred Herrhausen. Der Sprengsatz befand sich auf einem präparierten Fahrrad am Straßenrand. Herrhausen verblutet, sein Chauffeur überlebt leicht verletzt. Die Täter sind bis heute nicht ermittelt worden.

Foto: Kurt Strumpf / AP
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Attentat: Am 27. Juli 1990 verübt ein RAF-Kommando in Bonn-Auerberg einen Bombenanschlag auf das ungepanzerte Auto von Hans Neusel. Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium überlebt, weil sein Fahrer Urlaub hat und er ausnahmsweise selbst am Steuer sitzt, die Bombe aber auf die Beifahrerseite ausgerichtet ist. Auch dieser Sprengsatz wird mit einer Lichtschranke gezündet.

Foto: DPA
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Im Visier der RAF: Am 1. April 1991 ermordet ein Scharfschütze den Chef der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder. Schon der erste Schuss, der aus 63 Metern Entfernung das Fenster seines Wohnhauses durchschlägt, trifft ihn tödlich. Eine zweite Kugel verletzt seine Frau. Ermittler finden ein Handtuch am Tatort, eine 2001 durchgeführte DNA-Analyse ordnet ein dort gefundenes Haar dem RAF-Mitglied Wolfgang Grams zu.

Foto: Roland Weihrauch / AP
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Vor Eröffnung zerstört: In der Nacht vom 26. auf den 27. März 1993 detonieren rund 200 Kilogramm Sprengstoff auf der Baustelle der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt. Drei Unterkunftsgebäude und der Verwaltungstrakt werden zerstört, der Schaden beträgt mehr als 100 Millionen D-Mark. Verletzt wird niemand. Als Tatverdächtige gelten Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg - jene drei RAF-Mitglieder, die 2015 versucht haben sollen, zwei Geldtransporter auszurauben.

Foto: Frank Kleefeldt / picture-alliance / dpa
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Feuergefecht im Kleinstadtbahnhof: Am 25. Juni 1993 sind Dutzende Beamte rund um den Bahnhof in Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Dort treffen die RAF-Mitglieder Wolfgang Grams und Birgit Hogefeld den V-Mann Klaus Steinmetz. Die Ermittler wollen die gesuchten Terroristen festnehmen. Der Plan misslingt, es kommt zum Schusswechsel. Der GSG-9-Beamte Michael Newrzella wird tödlich getroffen - er ist das letzte Opfer der RAF. Grams wird zunächst nur angeschossen, stirbt dann aber doch. Nach jahrelangen Ermittlungen kommt die Justiz zu dem Schluss, dass Grams sich selbst erschossen hat. Hogefeld wird festgenommen.

Foto: Frank Hormann / AP
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Endlich Schluss: Am 20. April 1998 geht bei der Nachrichtenagentur Reuters ein Schreiben ein, in dem die RAF ihre Auflösung bekannt gibt. Doch besonders um die dritte Generation ranken sich bis heute viele Mythen.

Foto: © HO Old / Reuters
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Beschaffungskriminalität: Im Juni 2001 überfallen unbekannte Täter einen Geldtransporter in einem Waldstück in Frankfurt-Sachsenhausen. Sie erbeuten rund fünf Millionen Mark. Der Überfall ähnelte einem Millionenraub in Duisburg vor 1999, der auf das Konto der ehemaligen RAF-Terroristen Staub und Klette gehen soll.

Foto: Juergen Mahnke / picture-alliance / dpa
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