"Drittes Reich" Der Bücherraub der Braunhemden
NS-Bücherraub: Uniformierte transportieren Bücher aus dem Karl-Liebknecht-Haus, der KPD-Zentrale am Bülowplatz, ab. Aufgenommen wohl 1933.
Signatur im Bundesarchiv: SAPMO-BArch, Bild Y 1 - 802-88
Selektion: Angehörige der Hitler-Jugend sortieren in Berlin Material für die Bücherverbrennung aus.
Geistloses Gesindel: Ein Nazi-Trupp mit beschlagnahmten Papieren und Büchern, die auf dem Opernplatz in Berlin verbrannt werden sollen. Erich Kästner, der die makabere Veranstaltung miterlebte, schrieb sarkastisch: "Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er [Goebbels] triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen."
"Ich übergebe der Flamme...": Anhänger der Nazis, darunter viele Studenten, tragen am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz Bücher unliebsamer Autoren zusammen, um sie zu symbolisch zu verbrennen. Weit mehr Bibliotheken mit verfemter Literatur wurden jedoch konfisziert und anderweitig verwertet - eta in bestehnde staatliche Bibliotheken übertnommen.
Bücherverbrennung: Auf dem Opernplatz vor der Berliner Universität verbrennen Anhänger der Nationalsozialisten von ihnen verfemte Literatur.
Bücherverbrennung in Berlin: Verbrennung von "anti-deutscher" Literatur am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz durch NS-Verbände und deutschnationale Studenten.
Judith Kerr: Die Schriftstellerin und Zeichnerin Judith Kerr an ihrem 80. Geburtstag am 23. Mai 2003. Ihr Roman "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" erschien 1971 und wurde zu einem der bekanntesten Bücher zum Holocaust. In deutschen Schulen Pflichtlektüre, wurde das Buch mehrfach ausgezeichnet.
Alfred Kerr: Der legendäre Theaterkritiker und Publizist musste nach der Machtübernahme der Nazis aus Deutschland fliehen. 1948 nahm er sich das Leben.
Berliner Bibliothekare: Mitarbeiter der Staatsbibliothek Unter den Linden im Jahr 1930. Zweiter von rechts sitzend: Generaldirektor Hugo Andres Krüss. Krüss, der 1940 der NSDAP beitrat, arbeitete im "Dritten Reich" direkt mit Polizei, Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt zusammen und betrieb einen schwunghaften Bücherhandel mit diversen NS-Organisationen.
Brauner Boykott: Unmittelbar nach ihrem Machtantritt starten die Nationalsozialisten im April 1933 eine systematische Kampagne gegen die deutschen Juden.
"Hinaus mit den Erzeugnissen jüdischer Schmierfinken": Die "Bücherverbrennung" setzte sich fort in der Säuberung der Schulbibliotheken von "den Erzeugnissen jüdischer Schmierfinken".
Nationale Bücher in die Schulen: Diese Werbung für Dürrs Vaterländische Bücherei ist eine Beilage zum Amtlichen Schulblatt für den Regierungsbezirk Schleswig vom 1.5.1933. In diesem Schulblatt finden sich 1933 eine Reihe von Erlassen, die die Säuberung von Schulbibliotheken zum Ziel haben: Für die geplante Anschaffung von "nationalen Büchern für Schüler- und Lehrerbücherei" ist der Etat zu schonen. Die Schulbüchereien sind von "ungeeigneten Geschichtsbüchern, von marxistischen und kommunistischen Schriften und von literarischen Werken volksfremder Schriftsteller" (Brecht, Döblin, Kästner, Heinrich Mann, Remarque, Tucholsky, Werfel, Arnold Zweig, Stephan Zweig ...)" zu reinigen. (15.9.1933)
Am 15.12.1933 wird "das erste Verzeichnis der für die Einstellung in Schulbüchereien geeigneten Bücher veröffentlicht. Es werden in Kürze weitere Veröffentlichungen folgen." Die Liste umfasst 42 Titel, darunter an erster Stelle - natürlich - Hitlers "Mein Kampf".