Kommunistische Hansestadt Als Hamburgs Osten rot war
Solidarität: Mehr als hunnderttausend Mitglieder zählte der Rote Frontkämpferbund (RFB) 1927. Drei Jahre zuvor hatte die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) die paramilitärische Organisation als Schutztruppe gegründet. Das undatierte Foto zeigt RFB-Mitglieder beim Gruß.
Siegerpose: Der RFB bekämpfte vor allem die nationalsozialistische SA. Zahlreiche Mitglieder hatte die Kampftruppe in Hamburgs östlichen Arbeitervierteln. Günter Lucks wuchs in diesem kommunistischen Milieu auf. Die Aufnahme zeigt SA-Leute 1933 mit einer erbeuteten Fahne des RFB.
Rebellion: Im Oktober 1923 probte die KPD in Hamburg den Aufstand, um in ganz Deutschland eine sozialistische Revolution auszulösen. Weil die Unterstützung aus der Bevölkerung ausblieb, brach der Putsch bald zusammen. Auf dem Foto sind Polizisten zu sehen, die eine eroberte Barrikade bewachen.
Wahlwerbung: Hamburger Stadtteile wie Hammerbrook, Rothenburgort, Eilbek oder Hamm waren linke Hochburgen. Das Foto stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1932.
Seitenwechsel: Obwohl er aus einem streng kommunistischen Elternhaus stammt, trat Günter Lucks der Hitlerjugend bei. Später wurde er mit 16 Jahren Mitglied der Waffen-SS.
Einsatz: Günter Lucks Vater Hermann (l.) kämpfte auf Hamburgs Straßen gegen die Nationalsozialisten, seine Mutter Elisabeth war als "Rotes Lieschen" bekannt. Das Bild stammt von Weihnachten 1932.
Duo: Hermann und Günter Lucks im Jahr 1932. Bereits als kleine Kinder lernten sie sozialistische Kampflieder wie "Dem Morgenrot entgegen".
Viererbande: Elisabeth Lucks mit ihren Kindern Jürgen (l. v.), Helma, Günter, (l. o.) und Hermann (l. u.)
Aufgeweicht: Lange Zeit verbot Hermann Lucks seinem Sohn die Mitgliedschaft im Deutschem Jungvolk und der Hitlerjugend. Schließlich gab er nach. Das Bild zeigt Günter Lucks 1941 in einer "Pimpf"-Uniform.
Rückkehr: Als Angehöriger der Waffen-SS ging Günter Lucks (l.) in Kriegsgefangenschaft. Erst 1950 kehrte er nach Deutschland zurück. Hier ist er 1949 in einem Lager bei Moskau zu sehen.
Anführer: Ernst Thälmann (v.) war seit 1925 Vorsitzender der KPD. Er bekämpfte die Sozialdemokratie als "Sozialfaschismus". Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden Mitglieder und Führungskader der KPD verfolgt und eingesperrt. Manche Sozialisten schlossen sich auch der NSDAP an.
Auslöschung: Während der alliierten Bomberangriffe im Rahmen der "Operation Gomorrha" 1943 wurden Hamburgs Arbeiterviertel wie Eilbek, hier zu sehen, im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört.