Dubai Motor Show: Der Wüste lebt - DER SPIEGEL
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Dubai Motor Show Der Wüste lebt

Die Dubai Motorshow ist eine Mischung aus normaler Automesse, Tuningshow und Luxusboutique. Um hier aufzufallen, präsentieren viele Autohersteller ihre teuersten und schrillsten Fahrzeuge. Hier ist eine Auswahl an Exponaten.
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Deutsch-japanische Kooperation: Es war einmal ein Nissan 370Z; so könnte die Geschichte des Halcon Supersport beginnen. Viel mehr als die Plattform des japanischen Coupés hat der Frankfurter Kleinserienhersteller nämlich nicht übernommen. Unter der Haube steckt nun der V6-Turbo-Motor aus dem Nissan GT-R mit bis zu 800 PS, darüber spannt sich eine komplett aus Karbon gebackene Karosserie. Der radikale Umbau, dem 2016 noch eine offene Version folgen soll, hat allerdings seinen Preis: Unter 330.000 Euro ist nichts zu machen.

Foto: Tom Grünweg
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Macht sich lang: Aston Martin hat die luxuriöse Tochtermarke Lagonda wiederbelebt und dabei vor allem die zahlkräftige Kundschaft aus dem Mittleren Osten im Auge. Die unkonventionelle V12-Limousine soll auf 200 Exemplare begrenzt werden.

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Grünes Mirakel: Der eigens für die Motorshow frisch restaurierte Panoz Esperanto GT ist eigentlich nur ein Platzhalter: Wir leben noch! Das will der skurrile US-Hersteller damit sagen und verkündet in Dubai, dass es bald wieder ein neues Modell geben soll. Was das kann? Wann das kommt? Wie viel es kostet? "Time will tell", kommentiert das Standpersonal entsprechende Nachfragen.

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Familienangelegenheit: Sein Bruder John ist Präsident der Fiat-Gruppe, doch Lapo Elkann backt ein bisschen kleinere Brötchen. Er arbeitet als Designer, führt das Tuningstudio Garage Italia Custom in Mailand und hat für die Motorshow in Dubai den Alfa 4C La Furiosa auf die Räder gestellt.

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For your eyes only: Da können die Scheichs noch so wild mit ihren Petro-Dollars wedeln - dieser Aston Martin DB10 ist nur zum Anschauen und absolut unverkäuflich, sagen die Briten. Allerdings muss man zum Gucken nicht an den Golf fliegen, sondern kann auch einfach ins Kino gehen: Dort sieht man das silberne Schmuckstück als 305 km/h schnellen Dienstwagen von James Bond im 007-Streifen "Spectre".

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Überdimensional und untermotorisiert: Das ehemalige Wüstenschlachtschiff Hummer feiert jetzt als Lizenzbau aus China ein Comeback. Dort läuft der Army-Geländewagen als DFM Warrior vom Band und soll nun auch in den Emiraten verkauft werden. Allerdings sind dem Vierzylinder-Dieselmotor nicht mehr als 150 PS zu entlocken. Deshalb ist bei 120 km/h auch schon Schluss.

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Großes Vorbild: Das Timing passt. Denn jetzt, wo mit dem neuen Bond-Film auch der Aston Martin DB5 wieder ins Kino kommt, zeigt David Brown in Dubai seinen wunderschönen Speedback GT. Der englische Großindustrielle vermischt Technik von Jaguar und Design des DB5 und Jaguar E-Type zu einem Traumwagen, der seit gut einem Jahr in Kleinstserie gebaut wird - für 750.000 Euro aufwärts. Da ist ein originaler DB5 fast billiger zu haben.

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Sicher ist sicher: Wer sich auf der Straße unbehaglich fühlt, dem empfiehlt der Umrüster Streit auf der Motorshow den Panzerwagen Puma. Der fünf Meter lange Achtsitzer fährt mit einem V8-Diesel, der aus 5,7 Litern Hubraum 381 PS holt. Wem zentimeterdicke Panzerplatten nicht Schutz genug sind, kann auf dem Dach statt der für die Messe aufgebauten Lichtorgel auch ein Maschinengewehr installieren.

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Total normal: Das dickste Geschäft in Dubai macht Brabus mit seinen Geländewagen. Selbst Monstren wie der G500 4x42 wirken in den Emiraten im Vergleich eher zierlich - hier gilt noch das Motto "Big is Beautiful". Kein Wunder, dass der Mercedes-Umrüster für seine Ausstellungsfahrzeuge nur One-Way-Flüge gebucht hat: "Was wir hier auf die Messe stellen, ist am Ende der Show in der Regel verkauft", sagt der bei Brabus für die Region zuständige Radwan Ogani. Auch der Range Rover Pick-up der Tuningfirma Startech, ebenfalls in Bottrop beheimatet, hat gute Chancen, einen Käufer zu finden.

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Goldstück aus Bottrop: Desert Gold nennt Brabus dieses Sondermodell seines S-Klasse-Umbaus Rocket. Der Luxusliner ist 900 PS stark und 350 km/h schnell. Irre? In Dubai egal: Kaum wurde der Wagen auf die Bühne gefahren, war er auch schon verkauft - für zwei Millionen Dirham oder umgerechnet rund 400.000 Euro.

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PS-Patriot: Jahrelang importierte Ralph Debass Supersportwagen nur, dann gründete der Libanese kurzerhand seine eigene Firma W-Motors und brachte mit dem Lykan den ersten Überflieger aus dem Mittleren Osten auf die Straße. Sieben Exemplare für bescheidene 3,4 Millionen Dollar sind mittlerweile verkauft, jetzt zündet er die zweite Stufe und präsentiert den Fenyr. Der kostet zwar nur 1,8 Millionen Dollar, weil Debass auf Schnickschnack wie die diamantbesetzten Scheinwerfer verzichtet. Dafür steigt die Leistung des vom deutschen Porsche-Tuner Ruf entwickelten 4,0-Liter-Boxer-Motors von 750 auf 900 PS.

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Spielzeugauto: In den Emiraten verkauft ein Importeur jetzt diesen charmanten Nachbau des legendären Mini Moke als Spielmobil für Strand und Sand. Und zwar politisch völlig korrekt. Denn auf Wunsch gibt es den Wüstenfloh als Alternative zum Ein-Liter-Benziner sogar mit Elektroantrieb.

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Schön schrill: Der besonderen Farbenfreude vieler Scheichs kommt Rolls-Royce mit diesem Phantom Coupé Tiger entgegen. In Orange und Gold lackiert, fällt man damit sogar in Dubai auf. Dort ist der Phantom sonst so gewöhnlich wie bei uns ein Porsche Panamera. Und wem dieses Coupé noch nicht bunt genug ist, sollte sich den Ghost im Hintergrund anschauen. Denn eine grüne Karosserie mit goldenem Zierrat sieht man auch nicht alle Tage.

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Brachialer Brocken: Er ist so groß und so unvernünftig, dass Nissan den neuen Patrol bei uns gar nicht mehr im Angebot hat. Doch am Golf ist der Geländewagen so beliebt, dass sich jetzt sogar Nismo seiner angenommen hat. Nissans Haustuner spendiert dem Patrol nicht nur ein paar Schweller und Spoiler und vor allem ein hinreichend strammes Fahrwerk für den Zwei-Tonnen-Koloss, sondern auch eine Leistungsspritze für den V8-Motor, der jetzt auf 428 PS kommt.

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Muscle-Car in Handarbeit: Der Retro-Renner Equus Bass 770 ist mit moderner Technik wie einer Karosserie aus Karbon und einem 650 PS starken V8-Motor aus der Corvette ausgestattet und wird in Handarbeit in den USA montiert. Beim Design des vor zwei Jahren erstmals präsentierten Muscle-Cars hat sich Firmengründer Bassam Abdallah ganz klar vom Ford Mustang inspirieren lassen - allerdings kostet sein Gefährt mit umgerechnet rund 200.000 Euro etwas mehr als das durchschnittliche Pony-Car.

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Profaner Pritschenwagen: In Dubai werden neben all den Preziosen auch Allerweltsautos präsentiert. Das Geschäft mit den sogenannten Midsize-Pick-ups boomt, und Fiat will davon profitieren. Nachdem die Italiener bislang vor allem Transporter in allen Größen verkauft haben, bringen sie deshalb jetzt in der Nutzlastklasse von einer Tonne mit dem Fullback ihren ersten eigenen Pritschenwagen auf den Markt. Obwohl eigentlich naheliegend, bedient sich Fiat für den Pick-up nicht bei der erfahrenen US-Schwester Ram, sondern kauft sich Know-how von außerhalb: Unter dem dezent modifizierten Blech stecken Plattform und Technik des Mitsubishi L200. Nach Europa kommt der Lastesel ab Mai mit einem 2,4-Liter-Diesel mit 150 oder 180 PS.

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Leichtgewicht mit schwerem Stand: Als Nachfolger des SRX ist in Dubai der Cadillac XT5 zu sehen. Das erste von vier neuen Crossover-Modellen für die globale Expansion der Marke kommt im Sommer 2016 auch in Europa auf die Straße und muss sich dort mit Autos wie dem Mercedes GLE, dem BW X5 oder dem Range Rover Sport messen. Für diese schwere Aufgabe setzen die Amerikaner vor allem auf Leichtbau. Denn auf einer komplett neuen Architektur aufgebaut, speckt der 316 PS starke Allradler um 126 Kilo ab. Obwohl 20 Zentimeter länger als ein Audi Q5, ist er den Bayern deshalb zum Beispiel um 45 Kilo voraus, behaupten die Entwickler. Und ein Mercedes GLE wiege sogar sechs Zentner mehr.

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Dickschiff in neuem Glanz. In Deutschland ist das V8-Modell gerade vom Markt verschwunden, doch für Dubai wurde der Toyota Land Cruiser sogar noch einmal frisch herausgeputzt. Zum Update für den Geländewagen, der die privaten Toyota-Zulassungen am Golf mit weitem Abstand anführt, gibt es neben dem frischen Grill und einem aufgewerteten Interieur vor allem eine neue Achtgang-Automatik und mehr Assistenzsysteme. Nur am Kern des Ganzen ändert sich nichts: Es bleibt beim 5,7-Liter-V8 mit 381 PS.

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Streife unter Strom: Dubai rühmt sich der spektakulärsten Polizeiflotte der Welt und hat ein paar Dutzend Supersportwagen mit Blaulicht im Einsatz. Einer der jüngsten davon, mit dem sich das Emirat einen besonders modernen Anstrich geben will, ist der BMW i8. Wenn gerade keine Messe ist, patrouillieren die Streifenwagen vor allem an von Touristen besonders frequentierten Plätzen im Emirat, und die Polizisten lassen sich auf Tausenden von Selfies verewigen, erzählt einer der Fahrer. Echte Einsätze dagegen sind eher selten: "Wenn es Verfolgungsjagden oder Verhaftungen gibt, rufen wir die Kollegen mit den normalen Autos."

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Neu in der Golf-Klasse: Seit dem Bravo hatte Fiat in der Kompaktklasse nichts mehr im Angebot. Doch jetzt melden sich die Italiener mit dem Tipo zurück. In Dubai steht der Gegner von Astra & Co. zwar als bei uns schier unverkäufliches Stufenheck. Doch wenn der Wagen 2016 nach Europa kommt, gibt es ihn auch als Fünftürer mit schrägem Abschluss und wichtiger noch: als Kombi.

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