Düstere Filmvisionen - DER SPIEGEL
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Zukunft im Film Sklaven für Robotern oder Aliens?

Eigentlich müsste die Menschheit längst von Robotern versklavt oder zu Zombies mutiert sein - so jedenfalls sah Hollywood die erste Dekade des 21. Jahrhunderts. Kein Jahrzehnt lieferte so viel Stoff für düstere Science-Fiction-Dramen wie die Nullerjahre. einestages zeigt die gruseligsten.
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Mutterseelenallein: In dem Film "I am Legend" ist der Kampf gegen den Krebs 2009 dank eines neuentwickelten Medikaments so gut wie gewonnen. Doch dann mutiert der Wirkstoff und vernichtet beinahe die ganze Menschheit. Die wenigen, die nicht an ihm sterben, werden zu zombiehaften Monstern, die nach Sonnenuntergang hungrig durch die verlassenen Städte ziehen. Dr. Robert Neville (Will Smith) ist immun und 2012 der letzte Mann in New York. Er sucht nach einem Gegenmittel, um den Untergang der Spezies Mensch abzuwenden. 2008 verfilmte Hollywood Richard Mathesons Romanvorlage von 1954 zum mittlerweile dritten Mal. Bei jeder Version ist der Grund für die Verwandlung der Menschen in Zombies ein zeitgemäßes Horrorszenario.

Foto: defd
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Wer hat an der Uhr gedreht? In der Comicverfilmung "Timecop" (1994) macht man im Jahr 2004 keinen Urlaub mehr auf Mallorca oder in Italien, sondern reist in der Zeit herum. Damit keiner der Touristen versucht auf seinen Trips die Geschichte zu verändern, gibt es Timecops wie Max Walker (Jean-Claude van Damme), die für Ordnung im Zeitkontinuum sorgen - und manchmal Spagat in der Küche machen.

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Entspannen in der Space-Lounge: 1968 zeichnete Stanley Kubrick in "2001: Odyssee im Weltraum" eine eher entspannte Zukunft. Es gibt gemütliche Designersessel in weitläufigen Raumstationen und - naja, okay - einen revolutionären, superintelligenten und emotional lernfähigen Computer namens HAL 9000, der durchdreht und die halbe Besatzung killt.

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Todesrobo gegen Dante: Wir schreiben das Jahr 2003. Der böse Rüstungshersteller Jack Dante fertigt eine superintelligente Kampfmaschine und hetzt sie auf ein paar ambitionierte Ökoaktivisten - doch am Ende wird er natürlich selbst zum Gejagten. 1995 drehte "Blade"-Macher Stephen Norrington den Film mit dem straighten Titel "Death Machine".

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Kinderlose Zukunft: Die Menschheit geht wieder einmal unter. Diesmal sind aber keine Maschinen, sondern echte Nachwuchsprobleme schuld. Alfonso Cuaróns Thriller "Children of Men" von 2006 spielt im fernen Jahr 2027. Seit 18 Jahren, also seit 2009, ist kein Kind mehr geboren worden. Man weiß zwar nicht genau warum, sehr wohl aber, dass der Untergang der Spezies nunmehr unaufhaltsam ist. Das kinderlose Morgen ist zudem ein Polizeistaat, geprägt von Klimakatastrophen, Terror und Flüchtlingsverfolgung.

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Alternative Energien: 1999 präsentierten die Brüder Andy und Larry Wachowski in "Matrix" eine dunkle Vorschau auf den Anfang des neuen Jahrtausends. Innerhalb weniger Jahre übernehmen Maschinen die Macht - und die Menschheit endet in den Zuchtbatterien der neuen Robo-Herrscher. Die vermeintliche Realität ist nur ein Computerprogramm, das den Hirnen der Geknechteten Normalität vorgaukelt.

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Körperklau aus den Neunzigern: 2009 stehen die USA am Abgrund. Das Land ist verarmt und die wenigen Reichen lassen sich von bis unter die Zähne bewaffnetes Sicherheitsdiensten bewachen. Außerhalb der Reichen-Reservate herrscht das Chaos. In dem Science-Fiction-Film von 1992 (Filmszene mit Mick Jagger, M.) kann außerdem das Bewusstsein Sterbender gerettet und in andere Körper transportiert werden. Die holt man sich in "Freejack - Geisel der Zukunft" am besten per Zeitreise von Unfallopfern aus der Vergangenheit.

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Nirvana: Die britisch-französisch-italienische Produktion "Nirvana - Jagd im Cyberspace" von 1997 spielt im Jahr 2005 und prophezeit Bahnbrechendes für die Computerentwicklung. Nach einem Virusbefall erlangt die Figur eines PC-Games plötzlich menschliches Bewusstsein - und möchte lieber gelöscht werden, als in der künstlichen Welt weiterzuleben. Spiele-Designer Jimi (Christopher Lambert) kann dem Wesen jedoch nicht helfen, da er das Spiel bereits an einen Entwickler verkauft hat. So beginnt eine turbulente Jagd durch mal mehr, mal weniger virtuelle Welten.

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Prügelei in fünf Dimensionen? Das 1994 verfilmte Beat'em-Up-Videospiel "Double Dragon - Die 5. Dimension" zeigt das postapokalyptische Los Angeles 2007. Nach einem gigantischen Erdbeben versuchen rivalisierende Gangs, die Macht über die Stadt und ein sagenumwobenes Martial-Arts-Medallion zu erlangen.

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Babyboom: In der düsteren Zukunftsvision "Geklont - Babys um jeden Preis" (1997) spielt ein Wissenschaftler Gott, indem er im Jahr 2008 eine Eizelle vervielfacht und diese mehreren Frauen einsetzt. Das Ergebnis - ein heilloses Kinderdurcheinander.

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Zukunft in vier Teilen: In der "Terminator"-Reihe wenden sich die Maschinen in Form von Skynet gegen die Menschheit. 2004 entfesselt das superintelligente Computersystem einen Atomkrieg. Die verbliebenen Menschen werden von Robosoldaten getötet oder versklavt.

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Apokalypse in 2012: Die Welt geht unter. Einfach so. Ohne Roboter, ohne Aliens, ohne die Untaten überheblicher Wissenschaftler. Stattdessen ist diesmal die Sonne an allem Schuld. In Roland Emmerichs "2012" wird die Apokalypse für eben dieses Jahr angekündigt. Doch schon 2009 werden die Mächtigen der Erde über das nahende Ende informiert.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?