Dumfries House Kleinod oder "ein Haufen brauner Möbel"?
So schnell kann's gehen: 2007 wurde der britische Thronfolger Charles noch als "Retter von Dumfries House" gefeiert, jetzt steht er als Tölpel da, der seiner Stifung Schulden in Millionenhöhe bescherte.
Das Dumfries House im schottischen Cumnock gilt als eines der wertvollsten Anwesen Großbritanniens, erbaut von den Meistern der georgianischen Architektur, Robert und James Adam, und bis zum Dachfirst gefüllt mit kostbarsten Rokoko-Möbeln, die zum Teil von Chippendale persönlich für dieses Haus gedrechselt worden waren.
Dumfries-Kuratorin Charlotte Rosteck stellt eine Queen-Anne-Uhr. Viele der zahllosen Antiquitäten warteten im Juni 2007 bereits verpackt und verladen auf Lieferwagen darauf, beim Londoner Auktionshaus Christie's verscherbelt und in alle Winde verstreut zu werden.
Das prächtige Interieur des 1760 entworfenen Hauses konnte 2008 erstmals nach 250 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Seine Rolle in der Kaufaktion beschrieb der Prinz rückblickend als "eher kühn denn klug".
Wie die "Times" schreibt, scheint Prinz Charles beim Kauf jedoch nicht nur von philantropischen Beweggründen motiviert gewesen zu sein: Er sah in dem zu Dumfries gehörenden Land ein ideales Areal, um dort eine weitere seiner Musterfarmen zu errichten.