East Side Gallery IM "Jens Peter"
Maik Uwe Hinkel will an der East Side Gallery ein Hochhaus bauen. Als wäre das nicht schon problematisch genug, verleiht die Vergangenheit von Hinkel dem Vorhaben zusätzliche Sprengkraft: Er hat als Stasi-IM "Jens Peter" gearbeitet. Das belegt nun seine Stasi-Akte.
Spitzelauftrag an IM "Jens Peter": "Ständige Aufklärung und Dokumentation geplanter Aktivitäten"
Zweite Seite des Auftrags: ständiger Kontakt, "ohne aufdringlich zu wirken"
Foto aus Stasi-Unterlagen: Zu sehen ist der SPD-Politiker Reinhold Robbe (schwarze Jacke). Robbe war mit Schmutzler befreundet, dem Nachbarn, den "Jens Peter" zu bespitzeln hatte.
Robbe auf einem Spitzel-Foto: "Der versuchte sich permanent einzuschleimen", erinnert sich Robbe zu Maik Uwe Hinkel.
Hinkels Projekt sorgt für gewaltigen Zorn in Berlin. "Für die Opfer ist es natürlich ein Schlag ins Gesicht, dass Leute, die ausgerechnet ihre Peiniger waren, dieses Mahnmal ausradieren wollen", sagt der Opfervertreter Rainer Lässig.
Maik-Uwe Hinkel (r.) im Karneval, Zwickau 1986: "Jens Peter" baute Vertrauensverhältnisse zu Menschen auf - und lieferte Informationen an die Stasi.
Handshake mit Klaus Wowereit: Berlins Oberbürgermeister kritisierte den Investor, als der offenbar Fakten schaffen wollte und Teile der Mauer Ende März entfernen ließ.
Doch grundsätzlich stellt sich Wowereit nicht quer, was ihn auch zur Zielscheibe des Protests macht.
Computerdarstellung des Konzepts "Living Levels" an der East Side Gallery
Protest gegen Mauerabriss: Die East Side Gallery ist der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer. Er wurde seit 1990 von Künstlern mit großformatigen Wandbildern bemalt und zieht jedes Jahr Hunderttausende Touristen an.
Hinter der Mauer haben die Bauarbeiten längst begonnen.