Ebola-Simulation Flughäfen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ebola-Simulation Infektionswelle folgt Flugverbindungen

Das Ebolavirus breitet sich in Westafrika immer weiter aus. Was droht, wenn die Epidemie außer Kontrolle gerät? Eine Simulation zeigt, über welche Flughäfen Ebola nach Europa gelangen würde. Einstige Kolonialmächte spielen dabei eine entscheidende Rolle.
1 / 7

Ebola-Simulation: Sollte sich das Virus wider Erwarten doch weltweit ausbreiten, würde es wahrscheinlich im Flugzeug nach Europa kommen. Conakry (Guinea, abgekürzt mit CKY) steht als fiktiver Startpunkt der Infektionswelle in dieser Grafik ganz unten in der Mitte. Je weiter unten ein anderer Flughafen in der Darstellung auftaucht, umso früher ist dort mit Ebola-Infizierten zu rechnen. Das Modell sortiert die Flughäfen nämlich nach der Ankunftszeit des Erregers von unten nach oben. Die Grafik zeigt, dass man am Pariser Airport Charles de Gaulle (CDG) mit den ersten Infizierten in Europa rechnen müsste.

Foto: Dirk Brockmann/ Robert Koch-Institute/ Humboldt University
2 / 7

Diese Grafik zeigt, was passiert, wenn man die Verbindung Conakry - Paris CDG kappt (unter der Annahme, dass Conakry Startpunkt der Infektionswelle ist). Der Ebola-Erreger würde dann nicht zunächst nur Frankreich, sondern Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Belgien gleichzeitig erreichen. Was die Grafik aus Platzgründen leider nicht darstellt: Die Ebola-Ausbreitung wird durch die Kappung auch verzögert, weil der sogenannte effektive Abstand europäischer Städte vom Ursprung der Infektion steigt.

Foto: Dirk Brockmann/ Robert Koch-Institute/ Humboldt University
3 / 7

Modellrechnung: Diese Darstellung zeigt den Weg des Ebolavirus unter der Annahme, dass die fiktive Pandemie von Lagos in Nigeria ausgeht. Am Flughafen Londen-Heathrow (LHR) wäre zuerst mit Infizierten zu rechnen, gleich danach folgen etwa gleichauf Amsterdam, Mailand, Paris, Frankfurt und London-Gatwick.

Foto: Dirk Brockmann/ Robert Koch-Institute/ Humboldt University
4 / 7

Startpunkt Freetown (Sierra Leone): In dieser Darstellung sind deutsche Flughäfen hervorgehoben. Sie sind an den Kürzeln wie TXL (Berlin Tegel), HAM (Hamburg) und FRA (Frankfurt) zu erkennen. Von Freetown aus würden Ebola-Infizierte zunächst London, Brüssel, Amsterdam und Paris erreichen - deutsche Airports erst deutlich später.

Foto: Dirk Brockmann/ Robert Koch-Institute/ Humboldt University
5 / 7

Flughafen Paris-Orly: "Je nachdem, wo der Ausbruch stattfindet, dürften die ersten Infizierten über Paris oder London nach Europa gelangen", erklärt Dirk Brockmann. Air France hat auf Drängen der Regierung in Paris seinen Flugplan geändert. Freetown in Sierra Leone wird seither nicht mehr angeflogen. Die Verbindungen nach Nigeria und Guinea bleiben hingegen bestehen.

Foto: AFP/Getty Images
6 / 7

Flughafen London-Heathrow: British Airways hat Flüge nach Guinea, Liberia und Sierra Leone bereits Anfang August gestrichen.

Foto: © Luke MacGregor / Reuters/ REUTERS
7 / 7

Flughafen Frankfurt am Main: Wegen der wenigen Direktverbindungen nach Westafrika und des im Vergleich zu Paris oder London geringeren Passagieraufkommens auf diesen Strecken ist Frankfurt weiter von den Infektionsherden entfernt als ehemalige Kolonialmächte.

Foto: Stefan Rebscher/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?