Edathy und das Kunstgeschichte-Argument - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Edathy-Affäre Kunstgeschichte zurechtgebogen

In der Diskussion um Nacktbilder von Jungen hat sich Sebastian Edathy mit dem Hinweis auf Kinderakte in der Kulturgeschichte verteidigt. Tatsächlich wimmelt es in der Malerei und der bildenden Kunst von nackten Kindern beiderlei Geschlechts. Edathys Einlassungen sind allerdings problematisch.
1 / 4

Pädophil? Sebastian Edathy streitet das im SPIEGEL-Gespräch ab. Nacktheit an sich sei nicht pornografisch, sagte er - und verwies auf Kinder- und Jugendakte. Trotz vieler Beispiele hakt die Argumentation.

Foto: imago/ CommonLens
2 / 4

Eines der ältesten erhaltenen Beispiele - nicht nur für den "Kinderakt" - ist der Dornauszieher. Es ist ein legendäres und oft reproduziertes Motiv aus der Antike, das einen sitzenden Jüngling beim Versuch zeigt, sich einen Splitter aus dem Fuß zu ziehen.

3 / 4

"Manneken Pis", die triviale Brüsseler Brunnenfigur von 1619 genießt noch heute eine gewisse Popularität.

Foto: © Francois Lenoir / Reuters/ REUTERS
4 / 4

So lang und ehrwürdig diese Tradition aber auch sein mag (hier ein Bild von Adolphe Jourdan von 1870) - mit Edathy und seinen möglichen Leidenschaften dürfte sie nichts zu tun haben.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?