Ehebruch-Affäre um 1900 Leidenschaft, Exzesse und ein gehörnter Architekt
Die Geliebten: Die frisch geschiedene Gattin des Architekturprofessors Bruno Schmitz, Lucia Schmitz dachte gar nicht daran, sich an den Vertrag ihres Ex-Mannes zu halten und bis zur nächsten Hochzeit in sexueller Enthaltsamkeit zu leben. Sie traf sich auch weiter mit dem Geheimen Legationsrat Otto Hammann. (Zeitgenössische Darstellung eines Paares.)
Nicht ganz geheimes Techtelmechtel: Aus Eifersucht und Kränkung weiß Bruno Schmitz von dem Verhältnis Lucias mit Hammann. Er lässt die beiden von Detektiven auf der anderen Straßenseite und aus der Wohnung unter ihr während ihrer Schäferstündchen überwachen.(Zeitgenössische Darstellung eines Paares).
Der Geheime Legationsrat: Ein Porträt von Otto Hammann, vermutlich um 1920. Er war mehrere Jahre Pressechef im Auswärtigen Amt.
Der Liebhaber: Erneut trifft sich das geschiedene Paar Schmitz vor Gericht wieder, nachdem er sich weigerte, ihren Unterhalt zu zahlen. Bruno Schmitz konnte auch gleich Beweise für das Treiben seiner Ex-Frau liefern und beantragte zudem das Sorgerecht für die beiden Töchter, da Lucia wegen ihres "verdächtigen Umgangs mit anderen Männern" dafür "in Gemäßheit des Bürgerlichen Gesetzbuches" nicht mehr in Betracht komme. (Zeitgenössische Darstellung eines Paares).
Bruno Schmitz: Der deutsche Star-Architekt verkraftete die Trennung von seiner Frau Lucia nur schwer. Vor allem, da er mit ihrem neuen Liebhaber Otto Hammann bis dahin befreundet gewesen war. Hammann selbst hatte Schmitz, nachdem dieser ihm von Eheproblemen berichtet hatte, zu einer "zeitlichen Trennung" geraten - nicht ohne an seinen eigenen Vorteil zu denken.
Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig: Das von Bruno Schmitz entworfene Denkmal als Holzstich aus dem Jahre 1897.
Ein heimlicher Blick: Nicht durch das Schlüsselloch, sondern durch ein Loch im Boden ihrer Wohnung beobachtete Bruno Schmitz das Treiben Lucias mit ihrem Liebhaber Otto Hammann. Schmitz hatte über einen Strohmann die Wohnung unter ihr gemietet und von dort, nahe des Fensters, eine Öffnung in den Parkettboden sägen lassen. (Zeitgenössische Postkarte.)
Pikante Schrift: Diese im Herbst 1908 veröffentlichte Broschüre wurde von Bruno Schmitz finanziert und unter anderen an Reichstagsabgeordnete verteilt. Sie wurde bereits nach wenigen Tagen von den Behörden verboten.
Heimliche Liebe: Eifersüchtig, seine Ex-Frau könnte sich nach der Scheidung gleich mit einem neuen Mann einlassen, setzte Bruno Schmitz noch eine Bedingung für ihre finanzielle Unterstützung durch - Lucia musste sich verpflichten, bis zu einer erneuten Hochzeit in strenger sexueller Enthaltsamkeit leben. (Zeitgenössische Postkarte.)
Ein Staatsmann: Bernhard von Bülow zur Zeit seiner Ernennung zum deutschen Botschafter in Rom 1894. Einige Jahre später, 1900 wurde er deutscher Reichskanzler. Sein Pressereferent und Vertrauter war der promovierte Jurist Otto Hammann.
Heimliche Liebschaft: Zwischen dem geschiedenen Mann und dem neuen Liebhaber entbrennt ein heftiger Kampf, doch Lucia zieht ihre Klage zurück, um ihre Kinder nicht zu verlieren. Die Genugtuung für Bruno Schmitz währt allerdings nur kurz - ein paar Monate später heiraten Lucia und Otto Hammann. (Zeitgenössische Illustration).
Das Kyffhäuser-Denkmal: Das imposante Bauwerk mit dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. und dem in Stein gehauenen Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) entstand nach einer Idee des Architekten Bruno Schmitz auf den Resten der Reichsburg Kyffhausen, einer weitläufigen romanischen Feste aus dem 11./12. Jahrhundert.
Kaiser-Wilhelm-Denkmal: Die Touristenattraktion an der Weser zählt zu den bedeutenden Bauten der deutschen Geschichte und soll an den preußischen König Wilhelm I. (1797-1888) erinnern. Das 1896 eingeweihten Monuments war von dem Architekten Bruno Schmitz entworfen worden.