Ehec Zerstörerische Mikrobe
Ein mit dem Ehec-Erreger erkrankter Partient hängt im Hamburger Marienkrankenhaus an einem Dialysegerät: Derzeit sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGFN) etwa hundert Ehec-Infizierte Apherese-bedürftig. Doch für die Therapie sind sowohl spezielle medizintechnische Geräte notwendig als auch geschultes Personal.
Ehec-Bakterien unter dem Rasterelektronenmikroskop: Ehec ist die Abkürzung für Enterohämorrhagische Escherichia coli. Normalerweise sind E.-coli-Bakterien für den Menschen harmlos. Sie besiedeln millionenfach die Gedärme von Mensch und Tier und helfen bei der Verdauung mit. Ehec-Bakterien haben Gene von anderen Bakterien aufgenommen, so dass sie Gifte produzieren. Diese Substanzen lösen weiße und rote Blutkörperchen auf, fressen Löcher in die Gefäßwände und zersetzen Schleimhäute in den Nieren.
Genetische Analyse von Probenmaterial: Derzeit grassiert in Deutschland der Ehec-Keim, eine gefährliche Variante des ansonsten harmlosen Bakteriums Eschericha coli. Der Erreger produziert für den Menschen giftige Substanzen, sogenannte Shigatoxine. Im Labor kann man anhand der genetischen Merkmale feststellen, um welchen Erreger-Typus es sich handelt.
Petrischale mit Ehec-Bakterienkolonien: Der gefährliche Erreger beunruhigt derzeit die Menschen in Deutschland. In Norddeutschland starben offenbar drei Frauen an den Folgen einer Infektion mit den Darm-Bakterien. Um Ansteckungen zu vermeiden, raten Gesundheitsexperten auf Hygiene-Regeln zu achten.
Intensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover: Die ungewöhnliche Häufung von schweren Erkrankungen durch Ehec-Bakterien war in der ersten Mai-Hälfte registriert worden. Der normalerweise harmlose Infektionsverlauf weitete sich zu lebensbedrohlichen Komplikationen durch blutigen Durchfall, Nierenversagen und Blutarmut aus. Medizinisch wird diese Form von schweren Ehec-Infektionen als Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) bezeichnet.
Junge am Gemüsestand: Seit Tagen steigen die Zahlen der Ehec-Infektionen - besonders bei Erwachsenen. Doch viele Eltern sorgen sich jetzt auch um die Gesundheit ihres Kindes, befürchten eine Ansteckung mit der gefährlichen Durchfallerkrankung. Rohkost steht im Verdacht, die Quelle für die Infektionen zu sein. Doch der genaue Ursprung der Kontaminierung ist bisher noch unbekannt.
Lebensmittelproben, die auf Ehec-Erreger untersucht werden: Es gebe derzeit keine Hinweise dafür, dass sich die Erkrankten durch den Verzehr von mit Gülle gedüngtem Gemüse infiziert hätten, sagte eine Institutssprecherin des RKI. Es kämen auch andere Übertragungswege infrage, wie etwa verunreinigtes Wasser. Auch einem Sprecher des Bundesbauernverbandes lagen keine Erkenntnisse darüber vor, ob als Düngemittel einsetzte Gülle zum Ausbruch der Erkrankungen geführt haben könnte. Gemüse mit Gülle zu düngen sei eigentlich kein gängiges Verfahren, sagte der Sprecher.
Petrischalen mit Nährboden und Bakterienkolonien: Die Behörden empfehlen Vorsicht beim Umgang mit Lebensmitteln.
Toxin-Suche: Labore können Ehec-Erreger anhand der von ihnen produzierten Gifte nachweisen.
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Ehec: Enterohämorrhagische Escherichia coli sind Bakterien, die sich im Darm von Tier und Mensch ansiedeln können. Infizierte leiden vor allem unter schwerem Durchfall. Dazu können Übelkeit, Erbrechen und auch Fieber kommen. Die Infektion muss aber nicht zwingend Symptome hervorrufen und kann harmlos vorübergehen. Schwere Erkrankungen können zum lebensbedrohlichen hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) führen. Dabei ist mit akutem Nierenversagen und Blutarmut zu rechnen.
Der Ehec-Erreger kann über eine unbeabsichtigte Aufnahme von Fäkalspuren wie etwa beim Kontakt zu Wiederkäuern oder beim Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln übertragen werden. Auch infizierte Menschen können den Keim weitergeben. Weitere Risikofaktoren sind der Konsum von Rohmilch, ungewaschenes Gemüse und Obst sowie Durchfall bei Familienmitgliedern. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche. Der Altersdurchschnitt der Infizierten liegt normalerweise bei vier Jahren.
Deutschlandweit infizieren sich jährlich rund 1000 Menschen mit dem Ehec-Erreger. Im Jahr 2009 trat bei 65 Betroffenen das HUS auf, zwei von ihnen starben.