Ein Mädchen verschwindet Der Fall Madeleine
Seit dem 3. Mai 2007 gilt Madeleine McCann aus der Ortschaft Rothley in der englischen Grafschaft Leicestershire als verschwunden. An jenem Tag wurde das damals dreijährige Kind letztmals in einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz bei Lagos von Zeugen beim Eisessen gesehen. Die Eltern machten dort mit ihr und den jüngeren Zwillingen Urlaub.
Maddie im Trikot des englischen Fußball-Erstligisten FC Everton. Am Abend des 3. Mai, als Maddie verschwand, hatten sich die Eltern mit Freunden in einer Tapasbar auf dem Clubgelände getroffen. Als die Mutter gegen 22 Uhr nach Maddie sah, war das Kind verschwunden.
Nach dem Verschwinden des Kindes blieben Madeleines Eltern monatelang in Portugal. Sie wollten den Ort des Geschehens nicht verlassen, sagen sie, nicht einfach ohne ihre Tochter nach England zurückkehren. Kate McCann trägt seither Maddies Lieblingsstofftier bei sich - eine kleine rosafarbene Katze.
In Portugal - und in ganz Europa - macht der Fall Schlagzeilen, weil die Eltern eine gigantische Medienkampagne organisieren. An der portugiesischen Algarve hängen in fast allen Schaufenstern, Cafés und Restaurants Fotos von Madeleine.
Die McCanns reisen kreuz und quer durch Europa; in Spanien, Deutschland, den Niederlanden und Marokko werben sie um Aufmerksamkeit für den Fall. Ende Mai empfängt Papst Benedikt XVI. die Eltern auf dem Petersplatz in Rom und segnet ein Foto des verschwundenen Mädchens.
Kate McCann mit Madeleines kleinen Geschwistern, den Zwillingen Amelie und Sean. Anfang September 2007 wurde Kate McCann zur Verdächtigen erklärt.
Auch gegen Madeleines Vater Gerry ermittelte die Polizei. Der Verdacht: Die Eltern sollen am Verschwinden des Mädchens beteiligt gewesen sein.
Kate McCann auf dem Weg zur Polizeistation in Portimão: Trotz aller Widersprüche und Zweifel - die Eltern beharrten darauf, dass ihre Tochter von Unbekannten verschleppt wurde.
Kurz nachdem die Familie zu Verdächtigen erklärt worden war, verließen die McCanns Portugal in Richtung England.
Zum Schutz der Familie wurde das Haus in Rothley rund um die Uhr bewacht.
Madeleines Mutter unterzog sich einem Drogentest, um Anschuldigungen entgegenzutreten, wonach sie Antidepressiva genommen und ihre Tochter im Affekt umgebracht haben soll. Der Test war nach Angaben ihrer Anwälte negativ.
Auftritt vor dem Europäischen Parlament: In Brüssel haben sich die McCanns im März 2008 für die Einrichtung eines europaweiten Warnsystems für vermisste Kinder eingesetzt.