Eine deutsche Teilungsgeschichte Bennos Brocken
Sein Berg: Benno Schmidt (76 Jahre alt), bekannt unter dem Namen Brocken-Benno, steht am 13. September 2008 neben dem Denkmal zur Grenzöffnung auf dem Brocken. Der Wernigeröder ist Mitinitiator des Erinnerungssteins und dachte sich die Innschrift aus: "Brocken wieder frei!". Der Stein markiert heute ungefähr die Stelle, an der am 3. Dezember 1989 die Grenze auf dem Brocken geöffnet wurde. Seitdem hat Benno Schmidt mehr als 5000 Mal den Gipfel bestiegen - jeden Tag.
Sperrzone Brockengipfel: "Sperrgebiet" erklärt ein Schild am Gittertor zum Brockenplateau. Am 3. Dezember 1989 um 12.45 Uhr öffnete ein Grenzer das Tor - für immer. Zum Zeitpunkt der Aufnahme warteten noch die Demonstranten davor. Im Hintergrund sind zwei Sendemasten zu erkennen.
Freier Brocken: Am 3. Dezember 1989 fiel die Mauer auf dem Brocken. Die ersten Wanderer stürmten ab 12.45 Uhr das Plateau, das 28 Jahre lang verschlossen war. Die Demonstranten hatten Plakate dabei, unter anderem mit dem Schriftzug "Freier Brocken - Freie Bürger".
Touristenmagnet: Der höchste Gipfel im Harz lockte am 27. August 2008 tausende Gäste an. Seit der Maueröffnung 1989 erklimmen jährlich rund zwei Millionen Besucher den Brocken.
Auf dem Brockenplateau: Das Plakat "Freier Brocken - Freie Bürger" stellten Demonstranten am 3. Dezember 1989 an einem Stacheldrahtzaun auf dem Gipfel auf. Im Hintergrund sind die Kunststoffkuppeln zu sehen, unter denen die Sowjets ihre Radartechnik verbargen.
Lauschen und Senden: Weiße Kunststoffkuppeln und Sendemasten auf dem Brockenplateau, aufgenommen am 3. Dezember 1989. Unter den Kuppeln verbarg sich die konventionelle, fahrbare Radartechnik der Sowjets. Die hätte auch frei stehen können, musste aber wegen der klimatischen Bedingungen auf dem Brocken geschützt werden.
Touristen: Das Brocken-Plateau im September 2008. Wanderer, die die Brockenstraße hinauf kommen, sehen links den Bahnhof, das Brockenhotel weiter rechts, dann Sendemast und Brockenhaus mit Museum. Zwei Millionen Touristen werden seit 1989 jährlich auf dem Brocken gezählt.
Abgeschottet und verriegelt: Mauer, Wachturm und Kunststoffkuppel. 1978 gab es erste Ideen, eine Mauer um das Brockenplateau zu bauen - drei Jahre später wurden sie Realität. Eine 3,60 Meter hohe Mauer umschloss den Harzgipfel. Das Foto entstand, als der Brocken zum ersten Mal für die Zivilbevölkerung wieder frei zugänglich war: am 3. Dezember 1989.
Streife auf dem Brocken: Zwei Grenzpolizisten der DDR gehen am 23. November 1956 auf dem Brocken Streife. Sogenannte illegale Grenzübertritte waren in diesem Gebiet häufig - bis zum Mauerbau 1961.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-42998-0011
Tolle Aussicht: Mit 1142 Metern ist der Brocken im Harz der höchste Berg Norddeutschlands. Um auf den Gipfel zu gelangen, hat man die Wahl zwischen einer Fahrt mit der Brockenbahn und einem Aufstieg zu Fuß. Die Touristin Ines Rolle genießt hier am 6. März 2008 die Fernsicht.
Grenzgebiet: Am 12. August 1961 fuhr der letzte Zug der Schmalspurbahn die insgesamt 19 km lange Strecke von Drei Annen Hohne über Schierke hinauf zum Brocken. Danach konnten Harzreisende - bis zur Maueröffnung auf dem Brocken am 3. Dezember 1989 - nur noch bis Schierke fahren, die restliche Strecke wurde zum Grenzgebiet, die Gleise wurden gesperrt. Aufnahme vom 10. September 1990.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0910-010
Harzer Schmalspurbahn: Der kleine Zug der Harzer Schmalspurbahnen GmbH befördert jährlich hunderttausende Fahrgäste zum Brocken, dem höchsten Harzgipfel. Aufnahme vom 23. Januar 2007.
Der "Geisterzug": Große Walpurgisfeier auf dem Brocken 1931. Die Hexen und Geister fahren im Walpurgiszug zum Hexentanzplatz auf den Blocksberg, wie der Brocken im Volksmund auch genannt wird. Links am Fenster ein als Charlie Chaplin verkleideter Teilnehmer.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-13443
Walpurgisfeier: Die Aufnahme von Anfang der dreißiger Jahre zeigt einen alten Brauch, den Hexentanz der Geister um Mitternacht auf dem Brocken. Der auch Blocksberg genannte Berg ist Gegenstand vieler Sagen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-13447
Hexenexperiment auf dem Brocken: Die Aufnahme aus den dreißiger Jahren zeigt ein Experiment des englischen Professors Harry Price, mit dem der mythische Glauben alter Sagen untersucht und entkräftet werden sollte. Einer alten Sage zufolge soll in einer Vollmondnacht ein Ziegenböcklein auf dem Brocken durch eine Jungfrau reinen Herzens in einen bildschönen Jüngling verwandelt worden sein. Neben Professor Price, der den jungen Ziegenbock hält, stehen Professor Joad und Urta Bohn - die Jungfrau reinen Herzens.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-13579
Winter auf dem Brocken: Benno Schmidt - in seiner Heimat besser bekannt als Brocken-Benno - führt seit Jahren Gruppen auf den höchsten Gipfel des Harzes und berichtet ihnen von der "Sperrzone Brocken". Auch die Einrichtung eines offiziellen Grenzweges war seine Idee. Aufnahme vom 18. Dezember 2006.
Die Familie von Brockenbenno (von rechts): Ehefrau Helga, Tochter Annett, Enkelin Anne, Enkelin Nadja, Tochter Susann