Eine Vierjährige verschwindet Der Fall Madeleine
Seit dem 3. Mai gilt die vierjährige Madeleine McCann aus der Ortschaft Rothley in der englischen Grafschaft Leicestershire als verschwunden. An jenem Tag wurde das Kind letztmals in einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz bei Lagos von Zeugen beim Eisessen gesehen. Die Eltern machten dort mit ihr und den jüngeren Zwillingen Urlaub.
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Nach dem Verschwinden des Kindes bleiben Madeleines Eltern monatelang in Portugal. Sie wollten den Ort des Geschehens nicht verlassen, sagen sie, nicht einfach ohne ihre Tochter nach England zurückkehren. Kate McCann trägt seither Maddies Lieblingsstofftier bei sich - eine kleine rosafarbene Katze.
In Portugal - und in ganz Europa - macht der Fall Schlagzeilen, weil die Eltern eine gigantische Medienkampagne organisierten. An der portugiesischen Algarve hängen in fast allen Schaufenstern, Cafés und Restaurants Fotos von Madeleine.
Die McCanns reisen kreuz und quer durch Europa; in Spanien, Deutschland, den Niederlanden und Marokko werben sie um Aufmerksamkeit für den Fall. Ende Mai empfängt Papst Benedikt XVI. die Eltern auf dem Petersplatz in Rom und segnet ein Foto des verschwundenen Mädchens.
Kate McCann mit Madeleines kleinen Geschwistern, den Zwillingen Amelie und Sean. Maddie, glaubt man den Angaben ihrer Eltern, war einfach nicht mehr da, als die Mutter gegen 22 Uhr nach ihren Kindern sah. Am Abend des 3. Mai, als Maddie verschwand, hatten sich die Eltern mit Freunden in einer Tapasbar auf dem Clubgelände getroffen. Anfang September wird Kate McCann zur Verdächtigen erklärt.
Auch gegen Madeleines Vater Gerry ermittelt die Polizei. Der Verdacht: Die Eltern sollen am Verschwinden des Mädchens beteiligt gewesen sein. Unklar ist, ob die portugiesischen Behörden Klage erheben werden.
Kate McCann auf dem Weg zur Polizeistation in Portimão: Trotz aller Widersprüche und Zweifel - die Eltern beharren darauf, dass ihre Tochter von Unbekannten verschleppt wurde.
Kurz nachdem die Familie zu Verdächtigen erklärt wurde, verlassen die McCanns Portugal in Richtung England.
Zum Schutz der Familie wird das Haus in Rothley rund um die Uhr bewacht.
Madeleines Mutter unterzog sich einem Drogentest, um Anschuldigungen entgegenzutreten, wonach sie Antidepressiva genommen und ihre Tochter im Affekt umgebracht haben soll. Der Test war nach Angaben ihrer Anwälte negativ.