Einkaufen in Nachkriegsdeutschland - DER SPIEGEL
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Einkaufen in Nachkriegsdeutschland Als Tante Emma verschwand

Milchmänner, Staubsaugervertreter und heimischer Getränkeverkauf: Die Einzelhandelswelt nach dem Krieg war überschaubar, ganz besonders im Bremer Stadtteil Vegesack. Doch dann kamen die Kaufhäuser - und das Geschäft des Eisenwarenhändlers wurde zur Trutzburg.
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Was darf's denn sein?: Statt mit dem Einkaufswagen durch den Supermarkt zu schieben kaufte man in den fünfziger Jahren noch an der Ladentheke. Heute haben die kleinen "Tante-Emma-Läden" nur noch an wenigen Orten überlebt - oder aber im Museum, wie dem der Fünfziger Jahre in Bremerhaven.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Blick in eine neue Welt: Eine Woche nach der Währungsreform im Juni 1948 schaut sich eine Frau die Warenauslage in einem Schaufenster in Frankfurt am Main an. Endlich waren die Geschäfte wieder voll - leisten konnten sich die meisten Bürger allerdings nicht besonders viel davon.

Foto: AP
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Große Wünsche: Kinder drängeln sich 1948 vor dem Schaufenster eines Berliner Spielzeuggeschäfts. Statt großer Kaufhäuser gab es zu dieser Zeit noch die kleinen Fachgeschäfte, in denen man seine Einkäufe erledigen konnte.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Friedrich Seidenstücker
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Käufliche Träume: Mit der Währungsreform 1948 füllten sich endlich wieder die Geschäfte mit den lange zurückgehaltenen Waren.

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Der gerade umgebaute Laden der Familie Keuter: Den Begriff von "Tante Emma Laden" wollten wir für unser Tapeten-Fachgeschäft nicht gelten lassen Also bauten wir modern um und erweiterten das Sortiment. Einige Zeit ging das recht ordentlich. Gute Preise bei sehr guter Beratung durch einen Maler-Meister überzeugten die Kundschaft. Aber langfristig überholten uns dann doch die Sortimente und aus dem schönen Laden wurde eine Wohnung. Der Traum vom selbstständigen Kaufmann war ausgeträumt.

Foto: Ferdi Keuter/Bärbel Keuter
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Das gut sortierte Lebensmittel-Geschäft Kleifges: In diesen Jahren gehörte das Geschäft Kleifges sicher zu den Läden, die man später als "Tante Emma Laden" bezeichnete. Das Angebot stimmt aber und sehr freundlich war Frau Kleifges auch. Tochter Kläre kam später dazu. Frischobst und Gemüse ergänzten das Angebot. Aber auch hier ging die Neuzeit nicht spurlos vorbei. Kleifges gibt es schon lange nicht mehr. Eigentlich schade...

Auf dem Foto sehen wir Frau Kleifges mit ihren Töchtern Kläre und Undine.

Foto: Ferdi Keuter
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Die Drogerie in dem Stadtteil Röthgen: Eine altgesessene Drogerie wurde nach dem Kriege auf den Stand der Zeit gebracht, der Laden "brummte". Der zweite Umbau wurde in den sechziger Jahre gemacht. Langsam veränderte sich auch die Drogerien-Landschaft. Der Inhaber gründete einen Vertrieb von hochwertigen Möbeln und Accessoires. Die Drogerie wurde von der Ehefrau weiter geführt und irgendwann aufgegeben. Die Läden Dohmen und Keuter gehörten auf der Röthgener Straße zu den Schönsten, Verkauf findet aber in keiner der Immobilien mehr statt.

Foto: Ferdi Keuter/Archiv der Familie Dohmen
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Café Hoppe/Saar: Diesem Geschäft war eine eigene Bäckerei angeschlossen. Zum Verkauf standen Brote, Backwaren aller Art und "Leckereien" für Kinder und Erwachsene. In einem kleinen Nebenraum bekam man auch zum Teilchen eine Tasse Kaffee, dies Angebot wurde aber eher spärlich genutzt. Auf dem Foto sehen wir Frau Saar mit Tochter Monika und Sohn Christoph 1960. Das Anwesen der Familie gibt es so schon lange nicht mehr.

Foto: Ferdi Keuter/Archiv der Familie Saar
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Schaufenster vom Tabakladen "Else Vogel": Vor dem Schaufenster sitzt die Tochter der Inhaberin, Martha Hahn 1946. In diesem Laden arbeiteten nach dem Krieg bis zu drei Personen. Dann war auch noch ein Vertreter beschäftigt. Wenn man die Front heute sieht, fast unvorstellbar. Aber die Uhren liefen nach dem Zweiten Weltkrieg halt anders.

Foto: Ferdi Keuter/Archiv der Familie Hahn
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?