Einmarsch der Roten Armee - DER SPIEGEL
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Einmarsch der Roten Armee "Wo liegt Berlin?"

Als die Russen im Januar 1945 die Wohnungstür aufstießen, waren Peter Wieneck, seine Mutter und die Nachbarin starr vor Angst. Doch die Rotarmisten verlangten nur eines: eine Landkarte. In ihrer Panik händigten die Ostpreußen den einzigen Plan aus, den sie besaßen - einen Schnittmusterbogen. Wann würde der Betrug bemerkt?
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Schnittmuster von 1938: Ein Bogen dieser Ausführung wurde 1945 in einer bedrohlichen Situation als "Landkarte" ausgegeben. Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem "Vorbachs Schnittmusterbogen" Nr. 4 vom Juni 1938. Der 86 x 58 cm große Papierbogen ist auf einer Fläche von 70 x 56 cm beidseitig mit vielen unterschiedlichen gekennzeichneten Linien und Zahlen bedruckt. Die restliche Fläche des Bogens zeigt Arbeitsanleitungen und Kleidungsskizzen.

Foto: Peter Wieneck
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Alte Heimat: Blick von Süden in die frühere Schleusenstraße in Rößel/Ostpreußen (später: ulica T. Kosciuszki, Reszel, Polska) im September 1974. Links befindet sich die Einmündung der Walkmühlenstraße und das Eckhaus Schleusenstraße 19, in dem wir Ende Januar 1945 den Einmarsch der Roten Armee erlebten.

Foto: Peter Wieneck
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Die Schleusenstraße in Rößel/Ostpreußen: Ausschnitt aus einem Messtischblatt (Stand 1944). Die ostpreußische Stadt Rößel lag im gleichnamigen Landkreis Rößel. 1862 wurde das Landratsamt von Rößel nach Bischofsburg verlegt, die dadurch Kreisstadt wurde. Laut Erlass der Regierung in Allenstein aus dem Jahr 1926 wird Rößel, mit "ß" geschrieben ("Rößeler Heimatbote" Nr. 4 Dezember 2007, Seite 401)

Foto: Peter Wieneck/Repro einer Landkarte vor 1945
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Die Wohnung: Die Walkmühlenstraße in Rößel / Ostpreußen (heute: Okreg im polnischen Reszel) im September 1974, von der Schleusenstraße aus gesehen in Richtung Westen. Rechts hinter dem Gebüsch befindet sich der Eingang zum Treppenhaus Schleusenstraße 19. Im Keller und in der Dachgeschosswohnung mit den beiden Giebelfenstern, erlebten wir Ende Januar 1945 den Einmarsch der Roten Armee. Die gemauerten Pfosten und die Holzzaunelemente sehen noch wie früher aus. Nur die Gartenlaube meiner Großmutter ist verschwunden.

Foto: Peter Wieneck
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Der Weg unserer "Landkarte": Am Stadtrand von Rößel/Ostpreußen erlebten wir 1945 mit Nachbarn die Besetzung durch die Rote Armee. Im Dorf Damerau, links auf der Landkarte, werden ein paar Tage später Rotarmisten mit einer eigenartigen Landkarte beobachtet. In deutscher Zeit gehörte Rößel zum Ermland. 1945, zu Polen gehörend, befindet sich Reszel in der Woiwodschaft Warminsko-Mazurskie.

Foto: Peter Wieneck/Repro einer Landkarte vor 1945
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?