Dortmund in der Einzelkritik So spielten die BVB-Helden
Roman Weidenfeller, Tor: Absoluter Fels in der Brandung. Verhinderte kurz vor und direkt nach der Pause mit Glanztaten das 1:2. Spielt insgesamt eine sensationelle Champions-League-Runde.
Lukasz Piszczek, Abwehr: Hatte seine Seite defensiv ordentlich im Griff, selbst der spanische Wunderknabe Isco versuchte, Piszczek weiträumig zu meiden. Allerdings nutzte der Pole seine Freiheiten zu wenig, um Götze oder Blaszczykowski auf der Außenbahn Platz zu verschaffen.
Neven Subotic, Abwehr: Málaga zeigte ihm brutal seine Schwäche auf: Den Spielaufbau. Die Spanier standen tief in der eigenen Hälfte und nötigten Subotic dadurch zu langen Pässen. Nur die wenigsten kamen bei seinen Mitspielern an. Im Defensivzweikampf war der Serbe allerdings erneut überragend.
Felipe Santana, Abwehr: Zeigte einen noch deutlich schwächereren und unkontrollierteren Spielaufbau als Subotic. Santanas lange Bälle in die Spitze hätten sich auch als Bumerangs verkaufen lassen können. Aber wer das 3:2 erzielt, darf spielen, wie er will.
Marcel Schmelzer, Abwehr: Die Maske, die sein gebrochenes Nasenbein schützen soll, scheint ihn beim Fußballspielen doch merklich zu stören. Insbesondere wenn Übersicht bei der Balleroberung gefordert war, brauchte der sonst unglaublich ruhige Schmelzer deutlich mehr Zeit und verlor deshalb zahlreiche Bälle. War auch am 0:1 nicht unschuldig.
Ilkay Gündogan, Mittelfeld, bis 85.: Musste sich die Bälle sehr tief abholen, um die Angriffe des BVB zu starten. War neben Lewandowski der Einzige, der verstand, dass Málaga nur über weite Wege und viel Geduld zu knacken war. Zeitweise sah Gündogan wie ein Quarterback aus, der am mangelnden Spielverständnis seiner Mitspieler verzweifelte.
Sven Bender, Mittelfeld, bis 72.: War defensiv diesmal deutlich weniger gefordert, da Málaga zumeist die defensive Mittelfeldposition der Borussia überspielte. Bender lief trotzdem viel und versuchte, die großen Lücken im BVB-Mittelfeld zu stopfen. Wenn er aber an den Ball kam, wurde deutlich, dass gegen ein solches Defensivbollwerk wie es Málaga ist, ein zweiter, spielstarker Mittelfeldspieler dem Aufbauspiel des BVB mehr geholfen hätte.
Julian Schieber, Sturm, ab 72.: Der Doppeltorschütze aus dem Spiel gegen den FC Augsburg kam in der 72. Minute für Lukasz Piszczek. Wirkte diesmal allerdings wieder eher als Fremdkörper denn als Gefahrenerzeuger.
Jakub Blaszczykowski, Mittelfeld, bis 72.: Stand nach auskurierter Leistenverletzung erstmals wieder in der Startelf. Konnte aber außer einer ordentlichen läuferischen Leistung kaum Akzente setzen.
Nuri Sahin, Mittelfeld, ab72.: Kam in der 72. Minute für Jakub Blaszczykowski und schaffte es teilweise mit seiner überragenden Technik, für Gefahr aus dem Mittelfeld zu sorgen. Hätte heute womöglich von Anfang an spielen sollen.
Mario Götze, Mittelfeld: Hatte sich nach seinen drei vergebenen Chancen aus dem Hinspiel so viel für das Rückspiel vorgenommen. Konnte allerdings nur wenig davon einlösen. Versagte in der ersten Halbzeit insbesondere im Gegenpressing, lief ohne klaren Plan übers Spielfeld. Vergab zudem erneut eine gute und eine glasklare Möglichkeit. Wirkte noch nicht abgezockt genug für die Erfahrungsbestien aus Málaga.
Marco Reus, Mittelfeld: Fiel in der ersten Halbzeit dreimal auf: Kurz nach dem 0:1 zog er sich seine Stutzen über die Knie, Minuten später reparierte er mit viel Vehemenz seine Frisur statt Schmelzer gegen Isco zu helfen. Zauberte in der 40. Minute allerdings einen solchen Geniestreich aus dem Fuß, das selbst das laute BVB-Publikum kurz stockte: Reus leitete einen Götze-Pass per Hacke auf Lewandowski weiter, der zum 1:1 traf. Hätte in der 76. Minute zudem die Entscheidung selbst erzwingen können, als er am Torwart scheiterte. Sein 2:2 war allerdings der Dosenöffner zum Halbfinale.
Robert Lewandowski, Angriff: Machte die ganz weiten Wege, eroberte zahlreiche Bälle in der eigenen Hälfte. Trieb seine Mannschaft an, schmiss sich in zahlreiche Zweikämpfe und erzielte seinen siebten Champions-League-Treffer. Ein Garant fürs Weiterkommen.