Fensterputzer bei der Elbphilharmonie Krasser Job, bester Blick
Sieht aus wie in einem Actionfilm, ist aber (fast) normale Erwerbsarbeit: Die Fensterputzer, die dreimal im Jahr die Scheiben an der Hamburger Elbphilharmonie reinigen, sind ausgebildete Industriekletterer. Ihr Arbeitsplatz liegt bis zu 110 Meter über dem Straßenniveau.
Neun Fensterputzer sind bei den Reinigungsaktionen jeweils im Einsatz. Drei Wochen dauert es, bis sie die 16.000 Quadratmeter Fensterfläche der Elbphilharmonie gesäubert haben.
"Das ist schon der coolste Job der Welt", sagt Steffen Falkeberg, der seit der Eröffnung der Elbphilharmonie im Januar 2017 dabei ist. "Die Aussicht da oben ist einfach grandios."
Das Wetter ist für die Elphi-Fensterputzer der größte Unsicherheitsfaktor. "Man weiß nie, was einen erwartet", sagt Karl Polack. Besonders starker Wind macht den Industriekletterern zu schaffen - mit einem Saugnapf halten sie sich dann an den Scheiben fest, damit sie nicht weggeweht werden. "Jeder Kletterer darf maximal drei Stunden am Stück hängen und höchstens sechs Stunden am Tag", erklärt Polack.
Claudia Strenkert, Hornistin des Elbphilharmonieorchesters, übt auf ihrem Instrument, während draußen die Fensterputzer die Fassade reinigen.
Dpa-Fotograf Axel Heimken hat die Industriekletterer mit der Kamera begleitet und faszinierende Aufnahmen gemacht.
In voller Montur sehen die Industriekletterer wie Bergsteiger aus: Helm, Regenzeug, Schutzstiefel, Kletterausrüstung und etliche Karabinerhaken gehören zur Ausstattung.
Mit einer Teleskopstange mit Bürste reinigen die Kletterer die Scheiben, das Wasser wird über einen Schlauch zugeführt. Es ist ionisiert und reinigt daher besonders gut - zusätzliche Reinigungsmittel sind nicht nötig.
Pro Putzvorgang belaufen sich die Personalkosten auf rund 50.000 Euro, hinzu kommen noch einmal 2000 Euro für Gerüste und Material. Das bedeutet: Einmal Fensterputzen bei der Elbphilharmonie kostet 52.000 Euro. Drei solcher Einsätze gibt es pro Jahr.