Prozess um Elbvertiefung Im Rausch der Tiefe
Hamburger Hafen: Die geplante Vertiefung und Verbreiterung des norddeutschen Flusses sorgt seit Jahren für Unmut in der Bevölkerung.
Die Elbe soll zwischen Hamburg und Nordsee so vertieft werden, dass Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 13,50 Meter permanent den Hamburger Hafen anlaufen können. Bei Flut könnten sogar Schiffe mit einem Tiefgang von 14,50 Metern den Hafen ansteuern. Die Fahrrinne des Flusses soll zudem an einigen Stellen verbreitert werden, damit zwei sich entgegenkommende Frachter aneinander vorbeipassen.
Die Hafenwirtschaft erhofft sich von der Elbvertiefung vor allem sinkende Kosten, weil Schiffe bei der Einfahrt wertvolle Zeit gewinnen.
Auch teure Schiffskollisionen wie im März 2014 in Hamburg-Othmarschen sollen durch die Verbreiterung der Elbe künftig vermieden werden.
Im Oktober 2012 stoppten die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF die geplante Elbvertiefung per einstweiliger Anordnung. Seit Montag wird der Fall zum wiederholten Male vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt. Ein Urteil wird im Januar 2017 erwartet.
Sollte das Gericht dem Ausbau der Elbe zustimmen, soll die Fahrrinne zunächst zwischen Glückstadt und Hamburg von 300 auf 320 Meter verbreitert werden.
Schiffsbagger "Bartolomeus Dias": Insgesamt würden die Arbeiten zur Vertiefung und Verbreiterung der Elbe schätzungsweise zweieinhalb Jahre dauern.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Elbe tiefer werden soll. Um den Fluss für immer größere Schiffe passierbar zu machen, ist er in den vergangenen 150 Jahren immer wieder ausgebaggert worden. Die aktuell geplante Vertiefung wäre bereits die zehnte.
Der Hamburger Hafen belegt in der Rangliste der weltgrößten Containerhäfen zurzeit Platz 18. Rund 260.000 Arbeitsplätze sollen von ihm abhängig sein. Damit der Standort nicht an Bedeutung verliere, müsse der Hafen für die ganz großen Containerschiffe leicht erreichbar werden, argumentieren Vertiefungsbefürworter.
Kritiker entgegnen, die Zahl der großen Schiffe, die die geplante Tiefe ausnutzten, sei gering. Prognosen zu ihrer Zahl seien unsicher. Zudem würden Schiffe und Container nur selten komplett beladen, der maximale Tiefgang werde mithin selten erreicht.