Elite-Unis Die Finalisten
Eine Rundreise zu den acht Finalisten des Exzellenz-Wettbewerbes 2007: Bei der Ausschreibung des Vorjahres scheiterten alle drei Berliner Bewerber. Die FU Berlin war immerhin unter den letzten Zehn - und ist jetzt erneut in der Endrunde. Bei einer Umfrage des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) sehen die fast 5000 Wissenschaftler, die mitmachten, sie als Favoriten: 34,2 Prozent gaben der FU ihre Stimme.
Auch die Humboldt-Universität Berlin rechnet sich nach dem Dämpfer 2006 diesmal gute Chancen aus. Präsident Christoph Markschies kokettierte mit dem Berliner "Arm, aber sexy"-Image - in der Exzellenz-Variante: "Wir sind ärmer als die Münchner Universitäten, aber pfiffiger." Bei der DHV-Abstimmung über die Aussichten der acht Kandidaten landete die HU mit 20,2 Prozent auf Rang fünf.
Ebenso früh wie selbstbewusst meldete die Universität Heidelberg Ambitionen an. 2006 erlebte sie eine herbe Enttäuschung, diesmal will sie gewinnen. "Heidelbööörg", wo schon manche ihr Herz verloren haben sollen, ist die älteste und im Ausland eine der bekanntesten deutschen Unis. Bei der Wissenschaftler-Umfrage des Hochschulverbandes belegte sie mit 28,2 Prozent Platz drei.
Universität Freiburg: Letztes Jahr hätte es schon beinahe zum "Elite-Uni"-Titel gereicht, auch diesmal zählt die forschungsstarke Albert-Ludwigs-Universität zu den Favoriten - laut DHV-Umfrage mit 21,9 Prozent auf dem vierten Rang.
Die dritte im Bunde aus dem Südwesten ist die Universität Konstanz. Sie erregte 2006 Aufsehen mit dem einzigen Exzellenz-Cluster, das in den Geisteswissenschaften vergeben wurde. Mit 10.000 Studenten ist Konstanz die kleinste Uni im Finale. Die Wissenschafts-Gemeinde sah sie bei der DHV-Abstimmung als Außenseiter: 15,2 Prozent, achter und letzter Rang.
Die RWTH Aachen kam beim ersten Anlauf unter die besten Zehn, ging aber im Finale leer aus. Diesmal ist sie erneut eine große Hoffnung für Nordrhein-Westfalen und hat gute Chancen - auch aus Sicht der Umfrageteilnehmer: Die Umfrage des Hochschulverbandes führt sie mit 31,6 Prozent auf Rang zwei.
Die Ruhr-Universität Bochum, Kandidat aus dem Ruhrgebiet, war als Endrundenteilnehmer eine satte Überraschung. "Vielleicht hilft uns unser Außenseiterimage auch im Finale", hofft Rektor Elmar Weiler, "die Stimmung am Campus ist bereits eine andere. Die Studenten spüren: Wir sind hier auf einer Top-Uni." Bei der DHV-Abstimmung: Platz sieben mit 16,6 Prozent.
Wie Heidelberg sieht die Universität Göttingen (hier die historische Bibliothek) sich als klassische Volluniversität mit breitem Fächerspektrum. Sie ist der einzige Finalist aus Norddeutschland. Die Teilnehmer der Wissenschaftler-Umfrage räumen ihr mäßige Chancen ein - 19,1 Prozent, Rang sechs.