Erziehungsfrage Gut getadelt, schlecht gelobt
Von Supi bis Ojemineee: Wenn Eltern oder Lehrer mit Kindern sprechen, geht es häufig um Lob oder Kritik. Was war gut, was war schlecht? Doch ob Sätze motivieren und anspornen oder verunsichern und zu noch mehr Fehlern führen, hängt vor allem davon ab, wie sie formuliert sind. mehr...
Wenn Schimpfen schadet: Kinder, denen man ihre Fehler vorgehalten hatte, verschlechterten sich bei der darauffolgenden Aufgabe, fanden niederländische Wissenschaftler heraus. Wer gelobt wurde, widmete sich dagegen zuversichtlich der nächsten Übung und erzielte ein gutes Ergebnis.
Lob ist nicht gleich Lob: Wer ständig gelobt werde, Anerkennung also mühelos erhält, werde davon nicht mehr motiviert, sagen Experten.
Zu viel des Gutgemeinten: Übermäßig und pauschal gelobte Kinder können sich sogar unter Druck gesetzt fühlen und entwickeln die Angst, Eltern oder Lehrer zu enttäuschen. Lob wirkt dann ermutigend, wenn es aufrichtig, realistisch und differenziert ist.
"Du hast dich wirklich sehr angestrengt" oder "Mir gefällt, dass du so viel Ausdauer zeigst" ist besser gelobt als: "Toll hast du das gemacht". Eine große Rolle spielen dabei auch Tonfall und Körpersprache. Denn: Kinder durchchauen Schmeicheleien sehr gut. Echte Freude über eine Leistung kann mehr motivieren als vorsätzliches Loben.
Tadeln, aber richtig: Kritik ist nötig. Doch auch Misserfolge müssen erlaubt sein. Beim Ausprobieren zu scheitern und es noch einmal zu versuchen, gibt dem Kind die Gewissheit, Probleme meistern zu können.
Vergiftetes Lob: In Sätzen wie "Jetzt hast du ja doch noch dein Zimmer aufgeräumt" hören Kinder nur "doch noch" oder - bei anderen Sätzen - "endlich mal". Kinder erleben diese Feststellungen als Vorwurf und fühlen sich abgewertet.