EM 2016 Die Bilder des ersten Tages
Stimmung: Bereits seit Donnerstag trank sich eine langsam wachsende Gruppe Briten in Marseille warm für das Spiel gegen Russland am Samstag. Die sangesfreudigen Fans...
...sorgten erst für lautstarke Stimmung. Schon am Freitagabend aber kippte die gefährlich um: Provokationen junger Franzosen begegneten die Briten gewohnt entschlossen - die Lage eskalierte.
Dem liegt auch ein kulturelles Missverständnis zugrunde: Über das, was die Briten für witzig halten, können die französischen Polizisten nicht unbedingt lachen. Als am Freitagabend auch die Zahl der russischen Fans mit ähnlichem Humorverständnis wuchs, eskalierte die Lage erneut.
Dier britischen Medien sehen die Schuld vor allem bei der französischen Polizei: Deren Verständnis von Deeskalation sei von Härte gekennzeichnet. Tatsächlich war das Mittel der Wahl...
...die verschiedenen Fanblocks voneinander zu trennen, vor allem mit Tränengas. Marseille erlebte so einen unschönen EM-Auftakt - dort dürften auch am Samstag die Nerven noch blank liegen.
Anders im Stade de France: Dorthin zu kommen war wegen der Streiks im Nahverkehr nicht ganz einfach. Die Show zu genießen fiel hingegen leicht: Sie war kurz und fröhlich.
Schlussakzent: Jet-Piloten der Patrouille de France malen eine Trikolore in den Himmel über dem mächtigen Stadion-Rund.
Star des Abends: DJ David Guetta lieferte ein kurzes Set ab, dass Frankreichs Jetztzeit repräsentieren sollte - nach Cancan und Chanson für vergangene Zeiten. In deutschen Social-Media-Kanälen spotteten Witzbolde über seine Ähnlichkeit mit dem "jungen Otto Waalkes".
Im Schatten, aber alles im Blick: Auch innerhalb des Stadions wachten schwer bewaffnete Polizisten.
Und hoch das Bein: Tanzeinlagen gehören zur Eröffnung großer Sportturniere. Frankreich machte es kurz, schnell und schön - so etwas hat man schon deutlich pompöser und langweiliger gesehen: Hut ab!
Präsident François Hollande durfte sich am Ende über einen Sieg der französischen Equipe freuen - sicher eine nette Abwechslung, gerade für den Präsidenten im permanenten Popularitätstief.
Wow: Unter dem Eiffelturm erstreckt sich das Marsfeld, und normalerweise ist das eine ziemlich freie Fläche.
Nicht so an diesem Abend: Unterschiedlichen Schätzungen zufolge versammelten sich zwischen 70.000 und 83.000 Menschen zum Public Viewing in Frankreichs größter Fanzone.
Anstoß: Trüge er keine Nummer auf der Brust, würde Vlad Chiriches auf diesem Bild wohl nicht mal von seiner eigenen Mutter erkannt. Was man auch kaum erkannte, war der Spielstil der Rumänen: Nicht den erwarteten Rumpelfußball, sondern...
...einen ziemlich agilen Angriffsfußball boten die Rumänen in ihrem ersten Spiel: Hier rettet Frankreichs Torwart Hugo Lloris - und nicht ohne Mühen.
Er schockte Frankreich: Kurz nach dem 1:0 für die Franzosen glich Bogdan Stancu per Elfmeter für Rumänien aus. Die Partie wurde zum temporeichen Krimi.
Die Mannschaften schenkten sich nichts: Das anhaltend hohe Tempo sollte sich am Ende aber als Vorteil für Frankreich erweisen - mit dem nötigen Quäntchen mehr Kondition waren die "Bleus" - hier Patrice Evra - ihren Gegnern letztlich den nötigen einen Schritt voraus.
Dimitri Payet wurde zum Helden des Abends. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit gelang ihm der erneute Führungstreffer.
Luftduell: Rumäniens Verteidiger Razvan Rat (l.) rettet den Ball vor Frankreichs Olivier Giroud, der das erste Tor der EM 2016 schoss.
Paul Pogba lieferte eine gute Partie, blieb aber ohne Torerfolg - und wurde in der 77. Minute ausgeliefert, als Frankreichs Trainer Didier Deschamps mit der Einwechslung des Stürmers Anthony Martial noch einmal den Druck erhöhte.
Am Boden: Mihai Pintilii windet sich nach einem Foul am Boden. Ein Bild, das das Wesen des Spiels nicht wiedergibt: Die Partie war nicht ohne Härten, aber durchweg fair gespielt.
Mitfiebernde Fans: Spannungsarm war das Auftaktspiel nicht gerade - für die französischen Fans war es ein Wechselbad der Gefühle.
Wer wird denn da würgen: Adrian Popa bekommt Dimitri Payet hier anders offenbar nicht in den Griff.
Cool, Fußball im Blick: Ein französischer Fan verfolgt auf dem Marsfeld unter dem Eiffelturm das Spiel auf einer Videoleinwand.
Die Sekunde der Erlösung: Fans beim Public Viewing verfolgen den Flug des entscheidenden Balles. Keine Sekunde später herrscht unbändiger Jubel.
Dimitri Payet nach dem Treffer: Ein spielentscheidendes Tor in 89. Minute will gefeiert sein!
Niederlage: Den rumänischen Spielern ist da klar, dass das Spiel gelaufen ist. Drei Minuten laufen sie noch gegen die Niederlage an, dann ertönt der Schlusspfiff.
So feiern Sieger: Für Frankreich ist das 2:1 der perfekte Auftakt der EM 2016.