Kroatien bei der EM Ein rätselhafter Fall
Spanien, Türkei, Tschechien: Die kroatische Nationalmannschaft hat bei der EM in Frankreich eine schwere Gruppe erwischt. Das Vorrundenaus ist dabei genauso denkbar wie der souveräne Einzug ins Achtelfinale.
Kroatiens Kader ist sehr gut besetzt, vor allem in der Offensive. Dort hat Mario Mandzukic seinen Stammplatz sicher. Der ehemalige Bayern-Stürmer, der aktuell bei Juventus unter Vertrag steht, hat in 66 Länderspieleinsätzen 24 Tore erzielt.
Auch Ivan Perisic ist ein alter Bekannter aus der Bundesliga, zwischen 2013 und 2015 spielte er für Dortmund und Wolfsburg. Bei den Kroaten kam er zuletzt über den linken Flügel, wo er mit seinen Dribblings und seinem Zug zum Tor für Gefahr sorgt.
Er ist Kroatiens großer Star: Luka Modric. Der 30-Jährige gehört zu den besten zentralen Mittelfeldspielern der Welt. Mit Real Madrid gewann Modric gerade den zweiten Champions-League-Titel binnen drei Jahren.
Auch Ivan Rakitic (hier bei der WM 2014 im Duell mit Brasiliens Neymar) spielt bei den Kroaten eine wichtige Rolle.
An Modrics Seite im defensiven Mittelfeld spielt Milan Badelj. Der 27-Jährige stand zwischen 2012 und 2014 beim Hamburger SV unter Vertrag. Aktuell spielt er in Florenz.
Mateo Kovacic wechselte im vergangenen Sommer von Inter Mailand für angeblich 30 Millionen Euro Ablöse zu Real Madrid. Dort konnte er sich bisher zwar nicht durchsetzen, doch der 22-Jährige gilt als extrem talentiert.
Einen guten Kader hatte Kroatien oft, zu einem erfolgreichen Turnier genügte das jedoch selten, meist war nach der Vorrunde Schluss - wie bei der WM 2014 in Brasilien, als das Team das entscheidende Duell mit Mexiko 1:3 verlor.
Damals hieß der Nationaltrainer Niko Kovac. Im September 2015 wurde der Coach jedoch nach der enttäuschenden 0:2-Niederlage im EM-Qualifikationsspiel in Norwegen entlassen.
Sein Nachfolger ist Ante Cacic. Wie gut der 62-Jährige ist, weiß außerhalb Kroatiens niemand so genau. Klar ist: Cacic hatte bei seinen Stationen bislang nur mäßigen Erfolg. Seine ersten Länderspiele verliefen ebenfalls durchwachsen. Beim letzten Testspiel vor der EM zeigte sich Kroatien jedoch in Torlaune und gewann 10:0 - allerdings hieß der Gegner San Marino.