EM: Einzelkritik der deutschen Nationalelf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

DFB-Einzelkritik Fleißiger Podolski, unglücklicher Müller

Die deutsche Elf kam gegen Dänemark nicht an ihre Leistung aus dem Spiel gegen die Niederlande ran. Vor allem Mesut Özil enttäuschte als bemühter, aber konzeptloser Mittelfeldlenker. Auffällig aktiv und gleichzeitig erfolgreich war hingegen Jubilar und Torschütze Lukas Podolski.
1 / 14

Manuel Neuer (Torwart, FC Bayern): Der Münchner hatte eher wenig zu tun. Die Dänen arbeiteten dennoch an Neuers Eckballtrauma. Erst Didier Drogba vom FC Chelsea, jetzt Nicklas Bendtner in Kombination mit Michael Krohn-Dehli. Man muss allerdings sagen: In beiden Fällen war Neuer schuldlos.

Foto: Marcus Brandt/ dpa
2 / 14

Lars Bender (Abwehr, Bayer Leverkusen): Für den Leverkusener Boateng-Ersatz war es eine Premiere. Nie zuvor in seiner Profikarriere hatte er auf der rechten Abwehrseite gespielt. Es gibt sicherlich viele Dinge, die man schlechter macht, wenn man sie das erste Mal in seinem Leben tut. Das Siegtor in so einem Spiel zu schießen, ist nicht so übel als EM-Debüt.

Foto: Thomas Eisenhuth/ dpa
3 / 14

Mats Hummels (Innenverteidigung, Borussia Dortmund): Hatte mit dem Kopfball-Ungeheuer Nicklas Bendtner einen unangenehmen Spieler zu verteidigen. Beim Gegentor ließ er sich von dem Eckballtrick der Dänen überraschen. Ansonsten jedoch wieder stark in der Balleroberung. Was bei ihm und auch Badstuber immer wieder überzeugt, ist, wie fair sie ihre Zweikämpfe gewinnen: Beste Tiger-Gerland-Verteidigerschule.

Foto: Andreas Gebert/ dpa
4 / 14

Holger Badstuber (Abwehr, FC Bayern): Gewohnt überlegen, gewohnt souverän. Der Bayern-Innenverteidiger löste alle seine Defensivaufgaben. Der beste in der Vierer-Abwehr - und nicht nur in diesem Spiel. Auf Badstuber ist derzeit einfach Verlass.

Foto: JEFF PACHOUD/ AFP
5 / 14

Philipp Lahm (Abwehr, FC Bayern): Zunächst eine starke Partie des Kapitäns in seinem 89. Länderspiel. Der Münchner spielte gleich zu Beginn von seiner linken Abwehrseite mehrere gute Pässe und entwickelte nach vorne viel Druck. Allerdings baute er im Lauf des Spiels ab, ließ sich ein- oder zweimal von den cleveren Dänen überlaufen. Lahm spielt bei dieser EM gut, man hat ihn aber schon besser gesehen.

Foto: EDDIE KEOGH/ REUTERS
6 / 14

Bastian Schweinsteiger (Mittelfeld, FC Bayern): Nicht so überragend wie gegen die Niederlande. Er versuchte sich zwar unermüdlich als Passgeber in die Spitze - nur die Dänen taten dem Münchner nicht den Gefallen, so offen zu agieren wie es Oranje am Mittwoch getan hatte. Seine Defensivarbeit verrichtete er, wie man es von ihm kennt: bissig und aggressiv.

Foto: JEFF PACHOUD/ AFP
7 / 14

Sami Khedira (Mittelfeld, Real Madrid): Erheblich offensiver als noch in den ersten beiden EM-Partien, wo er mit Defensivaufgaben weitgehend ausgefüllt war. Diesmal wollte er offenbar sein erstes EM-Tor zu erzielen. Er war zweimal nah dran. Seine Aufgabe, das Spiel anzutreiben, erledigte er nebenbei auch noch. Das Siegtor leitete er außerdem ein. Bisher der überragende Deutsche bei diesem Turnier.

Foto: EDDIE KEOGH/ REUTERS
8 / 14

Mesut Özil (Mittelfeld, Real Madrid): Von seinem Madrider Kollegen würde man gerne ähnliches behaupten wie von Sami Khedira. Aber Özil kommt noch nicht so wirklich ins Turnier hinein. Er bemüht sich, doch das ist ja normalerweise nicht das Kompliment, das man hören möchte. Özil kann offensiv viel mehr. Wann kommt sein Geistesblitz? Im Viertelfinale?

Foto: DAMIEN MEYER/ AFP
9 / 14

Lukas Podolski: In solchen Fällen sagt man normalerweise im Sportsprech: Er machte sich das schönste Geschenk selbst. Stimmt. Im 100. Länderspiel erzielte Podolski die Führung. Er war danach engagiert und fleißig wie gehabt in diesem Turnier. Aber auch von ihm kann noch erheblich mehr kommen. Nach 63 Minuten war das Jubiläumsspiel für ihn vorbei. André Schürrle ersetzte ihn.

Foto: Antonio Bat/ dpa
10 / 14

André Schürrle (Offensive, Bayer Leverkusen): Kam nach einer guten Stunde für den Jubilar Podolski und hatte schon zwei Minuten später die Führung auf dem Fuß. Danach blieb er unauffällig.

Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/ AFP
11 / 14

Thomas Müller (Offensive, FC Bayern): Hätte schon nach vier Minuten das Führungstor schießen MÜSSEN, aber scheiterte aus fünf Metern freistehend am dänischen Keeper. Man könnte wetten, dass der Ball 2010 noch ins Tor gegangen wäre. Der Flügelspieler ist bisher eher unglücklich durchs Turnier gegangen, er würde seine Leistung wohl als "eher medium" bezeichnen. Nach 83 Minuten gegen Toni Kroos ausgewechselt.

Foto: Sergey Dolzhenko/ dpa
12 / 14

Toni Kroos (Offensives Mittelfeld, FC Bayern): War sieben Minuten dabei.

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP
13 / 14

Mario Gomez (Stürmer, FC Bayern): Mario Gomez kann auch mal schlecht spielen und er trifft trotzdem. Und im Umkehrschluss kann der Bayern-Torjäger auch mal ohne Tor bleiben und trotzdem eine gute Leistung bringen. Der Mittelstürmer lief viel, bot sich an und versuchte gar, außerhalb des Strafraums Doppelpässe zu spielen. Beim Abschluss diesmal aber nicht ganz so cool wie gegen die Niederlande. Nach 73 Minuten kam Miroslav Klose.

Foto: Martin Rose/ Getty Images
14 / 14

Miroslav Klose (Stürmer, Lazio Rom): Durfte wie zuvor eine gute Viertelstunde ran. Für den Römer offenbar eine zu kurze Zeit, um in den Turnierrhythmus zu kommen. Von ihm war wenig zu sehen.

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?