EM-Analyse Wie Island gegen Portugal ein Remis erkämpfte
Portugal - Island 1:1: Mit diesem Spiel der Gruppe F endete der erste Spieltag der Euro 2016. Die hochgehandelten Portugiesen mussten sich mit Außenseiter Island auseinandersetzen, das zum ersten Mal überhaupt bei einer EM dabei ist. Dass die Isländer nicht nur wegen eines historischen Versehens in Frankreich starteten, stellten sie eindrucksvoll unter Beweis.
Wer es nicht rechtzeitig von der Insel schaffte, versammelte sich im Zentrum von Reykjavik zum Public Viewing. Ein Ausflug, der sich lohnen sollte.
Zum wichtigsten Mann bei den "Strákarnir okkar" (übersetzt "unsere Jungs") wurde Torhüter Hannes Halldórsson, der gleich zehnmal eingreifen musste. Das ist bislang Turnierrekord - ebenso wie die 26 Torabschlüsse der Portugiesen.
Für Superstar CR7 bot die Begegnung keine Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Seine Abschlüsse wurden in der Regel geblockt. Andererseits bereitete er in der 21. Minute die größte Chance der Portugiesen vor, als er von der linken Seite mit einer perfekten Flanke seinen Angriffspartner Nani freispielte. Der scheiterte an einem Reflex von Halldórsson und ließ eine hundertprozentige Chance liegen.
Gylfi Sigurdsson (l.) im Zweikampf mit Danilo, der theoretisch für den Spielaufbau der Portugiesen aus der Tiefe mitverantwortlich war. Leicht fiel ihm das nicht.
Nach etwa 20 Minuten hatte sich Portugal besser auf den Gegner eingestellt und kam vermehrt zu Chancen. Als Nani (31.) den Führungstreffer erzielte, war dieser längst hochverdient. Nach einer bemerkenswerten Kombination...
Wer die Partie danach für entschieden hielt, sah sich getäuscht, auch wenn es bis zum Ausgleichstreffer eine ganze Weile dauerte. Umso isländischer war der Treffer. Nach einem Ballgewinn an der gegnerischen Eckfahne im Gegenpressing konnte Birkir Bjarnason (im Bild) eine Flanke von Johann Gudmundsson per Volley verwandeln. Ein einziges Abstimmungsproblem in der Abwehr der Portugiesen, hier zwischen Pepe und Vieirinha, stellte die Partie im Prinzip auf den Kopf.
In der Schlussphase wollte CR7 zum Helden werden. Aber die Europameisterschaft ist kein Champions-League-Endspiel, ein Freistoß ist kein Elfmeter. Und so misslang der Versuch, für die Entscheidung zu sorgen.
Erstes Turnier, erstes Spiel, erster Punkt. Mission accomplished, könnte man sagen. Gleich beim allerersten Auftritt auf ganz großer Bühne konnte die isländische Mannschaft eines der großen Teams ärgern. Zu Recht feierten "Strákarnir okkar" nach der Partie ausführlich mit ihren Fans.