Transnistrien Tanzen, singen, weitermachen
Transnistrien, das ist ein schmaler streifen zwischen Moldawien und der Ukraine. Der Staat hat seine eigene Regierung und seine eigene Währung. Trotzdem ist er international nicht anerkannt. Am 25. Oktober wird auf den Straßen die Unabhängigkeit Trinsnistriens gefeiert.
Das Land hat auch eine eigene Streitkräfte. Im Februar 2015 versammelten sich Soldaten im Stadion der Republik. Dabei war auch Emile Ducke, ein Fotojournalismus-Student aus Hannover. Von ihm stammen die Aufnahmen.
Ducke hatte erst kurz vorher zufällig von Transnistrien erfahren - und war kurzentschlossen dorthin gereist. Dort traf er auch diese Frau, die in er russisch-orthodoxen Kirche Kerzen anzündet.
Die skurrilste Szene aber erlebte Ducke mit dem Tagelöhner Ilin. Der hatte den Fotografen zum Abendessen eingeladen und tanzte später sehr betrunken mit Helm auf dem Kopf vor der Kamera. Die Kopfbedeckung hatte Ilin gefunden, als er auf dem Friedhof ein Grab schaufelte.
Ilin wohnt mit seiner Partnerin Anna und dem gemeinsamen Sohn Alyosha in einem Vorort von Tiraspol. Die drei leben von dem Geld, das Ilin als Tagelöhner auf dem Friedhof verdient.
Schule im transnistrischen Grigoriopol.
In den Neunzigerjahren wollte sich Transnistrien von der Republik Moldau abtrennen. Der Konflikt ist seit vielen Jahren eingefroren, es gilt der Status quo. Dieser Männerchor nahm an einem Wettbewerb in Tiraspol teil.
Eine Frau bringt eine Ziegenherde auf das Gelände einer stillgelegten Landwirtschaft. Die meisten Transnistrier wünschen sich einen Beitritt in die russische Föderation.
Dieser Jet soll sowjetische Piloten ehren, davor steht ein gesatteltes Pferd. Auch diese etwas surreale Szene hat Ducke bei seinem Besuch im September 2014 festgehalten.
Eine Fähre verbindet die transnistrische Hauptstadt Tiraspol mit dem Dorf Kitskany. Der Konflikt mit Moldawien ist nicht immer sichtbar, sagt Ducke. Viele haben sich inzwischen damit arrangiert.