Energie aus Deutschland - DER SPIEGEL
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Energie aus Deutschland Schwarzes Gold im Heidesand

Texas in der Lüneburger Heide: Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte der Erdöl-Boom den Ort Wietze in Niedersachsen. Fördertürme wucherten wie Pilze aus dem Boden, bald deckte das kleine Dorf den kompletten Ölbedarf des Kaiserreichs. Doch die Bohr-Bonanza war schnell vorbei.
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Alter Wietzer Pumpenbock: Bereits die erste richtige Erdölbohrung in Wietze brachte eine Fördermenge von 100 Fässern á 160 Litern - pro Tag. Zum Einsatz kamen ausgediente Heringsfässer, die dann per Ochsenkarren abtransportiert wurden.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Älteste Handpumpe in Wietze: Rund um Wietze, einem kleinen Dorf nahe Celle in der Lüneburger Heide, gab es bereits Anfang des 19. Jahrhunderts gleich mehrere Stellen, wo Öl auf den Wiesen der Bauern austrat. Die Bauern, auf deren Felder sich die so genannten Teerkuhlen befanden, machten sich das zunutze. Sie schöpften das Öl ab und verkauften es genauso wie den Ölsand nach Hamburg.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Frauenarbeit im Ersten Weltkrieg: Mehr als 1600 Arbeiter schufteten zur Hochzeit auf dem Ölfeld von Wietze - unter ihnen auch viele Frauen.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Teerkuhlen auf einem Feld: Dort, wo Öl aus der Erde trat (wie hier im Bild zu sehen), müsse sich, so die weit verbreitete These der Geologen Anfang des 19. Jahrhunderts, ein Kohleflöz unter der Oberfläche befinden. Am Öl selbst war man damals kaum interessiert - erst mit Beginn der industriellen Revolution stieg die Nachfrage nach dem schwarzen Gold.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Ölfeld in Wietze: Um 1917 war die gesamte Gegend um das niedersächsische Dorf Wietze förmlich gespickt mit Förder- und Bohrtürmen - plötzlich sahen ganze Teile der Lüneburger Heide aus wie die Ölfelder von Texas.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Fördern, was das Zeug hält: Schon 1904 waren dreißig Ölgesellschaften in der Region um Wietze tätig. Vier Jahre später wurden über achtzig Prozent der Inlandsnachfrage nach Erdöl aus der Förderung in Niedersachsen gedeckt.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Wietze 1903: Am 11. Juli 1899 brachte Bohrmeister Friedrich Hasenbein für die Firma Kaiser eine Bohrung nieder, die den Erdöl-Boom in der Region rund um Wietze brachte. Aus seinem Bohrloch schoss das schwarze Gold nämlich erstmals von allein an die Oberfläche - immerhin 100 Fässer á 160 Liter wurden täglich gefüllt. Das kleine Heidedorf wurde damit zum Klein-Dallas Deutschlands.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Betriebsplatz Schacht: Das Klein-Texas in der Lüneburger Heide war leider nicht von langer Dauer. Schon ab 1914 ging die Förderquote zurück, während der Bedarf kontinuierlich stieg.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Blick auf die Ölgewinnung a. d. Aller: Für die Region um Wietze wurde das Erdöl der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Mehr als 1600 Arbeiter schufteten zur Hochzeit auf dem Ölfeld und sorgten dafür, dass aus dem kleinen Dorf im Laufe der Jahre die deutsche Erdöl-Stadt wurde.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Blick auf die Pumpbetriebe in Wietze: Als im August 1859 Edwin Drake in Titusville/Pennsylvania in den USA auf Erdöl stieß, brach dort ein regelrechter Bohrboom aus. Rund vierzig Jahre später erreichte die Erdöl-Bonanza auch den kleinen, verschlafenen Ort Wietze in Niedersachsen.

Foto: Erdölmuseum Wietze
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Kux-Schein: Der Kux-Schein der Gewerkschaft Hansa - hannoversche Erdoel-Industrie, Thal und Wietze, einer der zahlreichen in Wietze und Umgebung auf Erdöl bohrenden Gewerkschaften.

Foto: Christian Stoess/Archiv der Fa. Dr. Busso Peus Nachf., Frankfurt am Main
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?