Fotostrecke Eine Jahr ohne Strom
Sven Vogel (Name geändert) in seiner Wohnung: Seit fast einem Jahr lebt der arbeitslose 48-Jährige ohne Strom. Er hat kein Licht, kein heißes Wasser, keinen Kühlschrank, keine Waschmaschine und kein Internet.
Gesperrter Stromkasten vor Svens Wohnung: Als er einzog, bat Sven den Versorger, den Strom wieder anzuschalten. Doch der lehnte ab, weil Sven ihm noch Geld schuldet. Rund 320.000 Haushalten wurde 2012 der Anschluss gesperrt, betroffen sind fast ausschließlich Menschen mit sehr kleinen Einkommen.
Im Wohnzimmer: Ohne warmes Wasser ist es schwierig, die Wohnung richtig zu putzen. "Ein Zuhause ist das hier nicht", sagt Sven. "Mehr so eine Schlafgelegenheit."
Svens Viertel: Der gelernte Elektroinstallateur lebt in Dortmunds berüchtigter Nordstadt.
Im "Brückentreff": Hier und in anderen sozialen Einrichtungen macht Sven viel von dem, was andere zu Hause machen. Er lädt hier sein Handy,...
...und duscht. Früher, als er selbst obdachlos war, hat er hier auch seine Wäsche gewaschen.
Vor dem städtischen Schwimmbad: Vor einigen Jahren hat Sven im Keller die Lüftung installiert. Der gelernte Elektroinstallateur verlegte auch Kabel in Bürogebäuden und Fußballstadien. Doch 2011 verunglückte er und meldete sich arbeitslos. 2013 verlor er seine Wohnung.
Im Wartehaus auf Gleis 18 des Dortmunder Bahnhofs: Hier verbrachte Sven in seiner Zeit als Obdachloser die Winternächte. Er rollte sich auf einer Eisenbank zusammen, den Rucksack als Kissen.
Abends auf dem Dortmunder Nordmarkt: Weil er seine Wohnung ohne Strom kaum nutzen kann, geht Sven oft erst gegen Mitternacht nach Hause. Stromlos zu sein, sei aber immer noch besser als obdachlos zu sein, sagt Sven.