England im Zweiten Weltkrieg Der Kampf um ein Dorf
An Feiertagen geöffnet: Nur die Telefonzelle vor der Ruine erinnert noch daran, dass hier einmal das Postamt von Tyneham war. An Feiertagen und den meisten Wochenenden kann das verlassene Dorf besichtigt werden.
Die Fotos wurden von Low Level Aerial Photography zur Verfügung gestellt.
Nur kurz weg: Ein Fahrrad und etliche Werkzeuge rosten in diesem Schuppen vor sich hin. In dem festen Glauben, sie würden zurückkommen, ließen die ehemaligen Bewohner vieles in Tyneham zurück.
Das Haus des Gärtners: Etwas außerhalb des Ortskerns steht die Ruine von Goulds Cottage. Der Besitzer war der Obergärtner von Tyneham House.
Verlassene Farm: Die meisten Bewohner von Tyneham hatten ihre Grundstücke gepachtet. Als sie sie verlassen mussten, erhielten sie als Entschädigung lediglich den Gegenwert des Gemüses, das in ihren Gärten angebaut war.
Geräumter Pferdestall: Von den Bewohnern Tynehams hatte es kaum Widerstand gegen die Evakuierung gegeben. Sie sahen es als ihre patriotische Pflicht, den Truppen Platz zu machen.
Arthurs Haken: Arthur Prichard ist einer der ehemaligen Bewohner von Tyneham. Im einzigen Klassenraum des kleinen Schulhauses liegt - unter Glas - noch ein Schulheft von ihm, aufgeschlagen auf einer Seite mit einem selbstverfassten Gedicht.
Kampf um Tyneham: Auf einen Abzug der Panzer warteten die Bürger nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergeblich.
Ungenutzt im Schuppen: Bis zur Heuernte hatten die Bauern wieder zurück sein wollen in ihrem Dorf. Doch ihre Arbeitsgeräte blieben unbenutzt.
Kein Anschluss: Nur kurze Zeit bevor die Bewohner Tyneham verlasssen mussten, war die Moderne in das idyllische Dörfchen eingezogen - in Gestalt einer Telefonzelle. Während die umstehenden Gebäude über die Jahrzehnte langsam verfielen, blieb die Zelle weitestgehend intakt. Ein Plakat im Inneren erinnert daran, zu welcher Zeit sie aufgestellt worden war: Wegen des Krieges solle sich kurz fassen, wer unbedingt telefonieren müsse.
Vorbereitung auf den D-Day: In der Gegend um Tyneham, nahe der südenglischen Küste, fand die britische Armee ideale Übungsbedingungen vor. Gemeinsam mit US-Militärs probte sie 1944 die Landung in der Normandie.
Erloschen: In einer der Ruinen ist der gemauerte Kamin noch weitgehend erhalten. Das Haus, dem mittlerweile das Dach fehlt, kann heute besichtigt werden.
Letzte Ruhe: Idyllisch, im Schatten großer Bäume liegt der Friedhof von Tyneham. Mit der zeitweiligen Öffnung des Ortes für Besucher erlaubt die britische Armee dort seit 1975 auch wieder Bestattungen. Gegenüber der Kirche steht das alte Schulhaus. 1932 aus Mangel an Schülern geschlossen, wurde das Steinhaus mit den roten Fenstern in jüngerer Zeit saniert und ist heute ein Museum.
Authentische Kulisse: 1986 wurde das verlassene Tyneham Drehort für den Film "Comrades" (deutscher Titel: "Rebellion der Rechtlosen"). Darin geht es um eine Gruppe von Landarbeitern im 19. Jahrhundert, den "Tolpuddle Martyrs", die im Kampf um ihre Rechte eine der ersten Gewerkschaften gründeten. Damit der Ort bewohnt wirkte, waren für die Dreharbeiten noch einige Grabsteine auf dem Friedhof und Fiberglashäuser zwischen den Ruinen eingefügt worden.
Ein letztes Gedenken: Als die Bewohner Tyneham im Dezember 1943 verlassen mussten, hängten sie einen Zettel an die Kirchentür, dass die Armee die Häuser und die Kirche während ihrer Abwesenheit pfleglich behandeln möge. Die Bevölkerung allerdings kehrte nie zurück. Die Kirche wurde in den siebziger Jahren restauriert und in ein Museum verwandelt, das an Tyneham und seine früheren Bewohner erinnert.
Hinter grünen Hügeln: Diese Ruine ist alles, was von dem um 1580 errichteten, einst stolzen Herrenhauses, Tyneham House, übrig geblieben ist. Früher hatte es der Familie Bond gehört.
Unter Beschuss: Bis heute betreibt die britische Armee ihren Truppenübungsplatz in der südenglischen Grafschaft Dorset. Deshalb sind die Wege durch die Heidelandschaft und zur Küste wochentags gesperrt.