Englische Stilblüten: Beatpoeten und Taucher - DER SPIEGEL
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Englische Stilblüten Beatpoeten und Taucher

Eric Cantona wurde zum besten Spieler aller Zeiten bei Manchester United gewählt. Doch der streitbare Franzose glänzte auch mit Worten - nur dass sich deren Bedeutung nicht jedem erschloss. Berti Vogts und Lothar Matthäus leisteten sich gröbere Schnitzer, ein anderer Deutscher nahm die Häme mit Humor.
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Lothar Matthäus (New York/New Jersey Metro Stars):
"I have come here for play soccer and I hope we have a little bit lucky", sprach der fränkische Beatpoet und Nonsenslyriker Lothar Matthäus im März 2000 bei seiner ersten Pressekonferenz für die Metrostars, und fasste damit die damalige Wettbewerbsunfähigkeit des deutschen Fussballs treffend zusammen

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Michael Ballack (FC Chelsea):
"Teams in the Premiership will be up against the rocket, a steaming attack that cannot get enough"- dieses Zitat wurde ihm zugeschrieben - offenbar ein Scherz. Ballack nimmt inzwischen privaten Englischunterricht und antwortet in Fernsehinterviews auch gerne selbst auf Englisch

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Berti Vogts (Schottischer Nationaltrainer):
Während einer 0:5 Niederlage gegen Frankreich wechselte Vogts den Spieler Gary Holt aus – obwohl dieser eigentlich auf eine Verletzung seines Kollegen Dominic Matteo hinweisen hatte wollen. Dabei ist die Vogtssche Fußballphilosophie doch an sich recht simpel: "Football is playing on Saturday, eleven against eleven." Im Englischen sagt man übrigens "eleven-a-side"

Foto: DPA
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Jens Lehmann (FC Arsenal):
Als Lehmann mit Arsenal im Mai sein letztes Spiel im alten Highbury-Stadion absolvierte, war das ein richtiges Gänsehauterlebniss. "I am having goosebubbles, as you call it." "Goosebubbles" nennt man das allerdings überhaupt nicht, "goosebumps" schon eher. Aber ansonsten ist Lehmanns Englisch sehr beachtlich

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Steffen Freund (Tottenham Hotspur):
Freund erinnert sich gut an sein erstes englisches Schimpfwort. Als er 1999 bei Tottenham anheuerte, sprach Freund kein Wort Englisch – er hatte in der Schule noch Russisch gelernt. "Du bist dann leicht der Depp im Training: Du läufst los, und alle anderen bleiben stehen." Freund nahm Privatstunden, und als ihn im nächsten Spiel gegen Manchester United David Beckham als "bloody German" anmeckerte, zeigte der Deutsche seinem Gegenspieler, was er alles gelernt hatte: "Fuck off, you English bastard."

Foto: OnlineSport
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Thomas Hitzlsperger (Aston Villa):
"Ich komme morgen nicht zum Training, ich habe einen Day Off." Thomas Hitzsperger wurde bei Aston Villa zur Kultfigur – einerseits wegen seines starken linken Fußes, andererseits wegen seiner prägnanten Mischung aus deutschem und Birminghamer 'Brummie'-Akzent.

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Didi Hamann (FC Liverpool):
Nach acht Jahren im Norden Englands plaudert Didi Hamann wie ein echter Liverpooler 'Scouser'. So weit geht es bei dem Ex-Bayern mit dem Lokalpatriotismus, dass er diesen Sommer seinen Wechsel zu den Bolton Wanderers überstützt abbrach, nachdem er den Akzent der Bedienung in einem Fast-Food Restaurant in Bolton gehört hatte. Hamann wechselte dann aber zu Manchester City

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Eric Cantona (Manchester United):
Nachdem der Franzose 1995 einen Fan während des Matches Manchester United gegen Crystal Palace mit einem Kung-Fu-Tritt attackiert hatte, verwirrte er Journalisten mit dem folgenden Aphorismus: "Wenn die Möwen dem Schlepper folgen, dann machen die das, weil sie glauben, dass Sardinen ins Meer geworfen werden."

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Didier Drogba (FC Chelsea):
Nach einem Spiel gegen Manchester City im März letzen Jahres sagte Ballacks Teamkollege zu einem Journalisten: "Sometimes I dive, sometimes I stand." Wahrscheinlich meinte Drogba damit: "Manchmal falle ich hin, manchmal bleibe ich stehen", aber für eine genaue linguistische Analyse war es bereits zu spät. "Drogba: I Do Dive" (Drogba: Ja, ich bin ein Schwalbenkönig) stand am nächsten Tag im "Daily Mirror"

Foto: AP
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Jürgen Klinsmann (Tottenham):
Auch Klinsmann war in England als 'Diver' verrucht, bevor er 1994 zu den Spurs wechselte. Trotzdem schaffte er es, sich innerhalb kurzer Zeit vom 'most hated man in England' zum Spieler des Jahres zu wandeln. Klinsmann konnte zwar schon damals gut Englisch sprechen, wusste aber das Herz der Engländer auch ohne Worte zu erobern. Zur ersten Pressekonferenz bei Tottenham trat Klinsmann mit einer Taucherbrille an

Foto: Getty Images/ALLSPORT
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?