Enthüllungsgeschichte - DER SPIEGEL
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Enthüllungsgeschichte Weniger Stoff - mehr Entsetzen

Sie entstieg dem Meer - und 007 fiel nichts mehr ein. Bond-Girl Ursula Andress machte in den sechziger Jahren den Bikini zum Modehit. Kaum zu glauben: Vier Dekaden zuvor planschte man noch in Korsetts und Kleidern. einestages zeigt Erfolgsmodelle und Entgleisungen der Bademodegeschichte.
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Siegeszug des Bikinis: War der Zweiteiler zunächst verpönt, entwickelte er sich rasch zum populären Kleidungsstück für den Strand. Auf dem Foto posiert Schauspielerin Vera Day 1955 am Set für den Spielfilm "It's a Great Day" im Bikini.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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"Undressed": 1962 stieg Ursula Andress als Bond-Girl in "Dr. No" in einem elfenbeinfarbenen Bikini aus dem Wasser. Danach wurde die Schweizer Schauspielerin zum Sexsymbol - und erhielt den schlüpfrigen Spitznamen "Undressed". 2001 wurde der Zweiteiler, der den Hollywood-Star berühmt machte, bei Christie's für rund 50.000 Euro versteigert.

Foto: ddp images
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Bikini-Erfinder Réard: Louis Réard vor seiner Modeschöpfung, dem Bikini, in einer Pariser Modeboutique (Foto von 1974). Der Designer präsentierte das gewagte Kleidungsstück erstmals am 5. Juli 1946. Weil normale Models das Kleinstkleidungsstück nicht auf dem Laufsteg präsentieren wollten, engagierte Réard Revuegirl Micheline Bernardini, um den Zweiteiler zur Schau zu stellen. Réard sagte einst über die damals skandalöse Strandmode: "Der Bikini ist so klein, dass er alles über die Trägerin enthüllt - bis auf den Geburtsnamen ihrer Mutter!"

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"World's sexiest girls": In den fünfziger Jahren, als Bikinis in den USA noch als verrucht galten, schrammte dieses Cover der Sonderausgabe von "Pose!" haarscharf an der Zensur entlang.

Foto: Taschen Verlag
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"Oben Ohne" trotz Badeanzug: Nach einer Modenschau entspannen zwei Models im brustfreien Badeanzug von Rudi Gernreich am Pool des Continental Hotels 1964.

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Tiffany Case im Bikini: "Ein hübsches kleines Nichts, das Sie da beinahe anhaben", sagt James Bond in dem Film "Diamantenfieber" von 1971 zu der Schmugglerin Tiffany Case. Neun Jahre zuvor sah sich der Geheimagent schon einmal mit einem spektakulären Bikini konfrontiert. Doch fiel Sean Connery beim Anblick der Badenixe Ursula Andress damals nichts besseres ein, als etwas dümmlich in ihren Gesang einzustimmen.

Foto: Getty Images
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Zweiteiler aus den USA: Während die US-amerikanische Schwimmerin Eleanor Holm, bei ihren Wettkämpfen stets funktionale Badeanzüge trug, zeigte sich der Sportstar hier etwas freizügiger - in Hot Pants mit Gürtel und Bustier. Das Foto wurde am 4. November 1939 auf der Weltausstellung "World's Fair" in New York aufgenommen.

Foto: AP
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Bikini ohne Nabelschau: Ganz im Trend der fünfziger Jahre aalt sich diese junge Dame am Strand. Sie trägt zwar einen Zweiteiler - den Großteil ihres Bauches indes hält sie züchtig verdeckt. Bis Frauen ungestraft Nabelschau betreiben durften, dauerte es noch ein Jahrzehnt.

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Im Trend: Ob Einteiler oder Zweiteiler - in den Fünfzigern mochten es die Frauen gern trägerlos. Schleifen und Gürtel waren ebenso angesagt wie frische Farben. Bei den Badehosen für Männer ging es dezenter zu. Braun, Weiß, Schwarz und Dunkelblau lagen in den Wirtschaftswunderjahren im Trend. Das Foto zeigt ein Paar 1956 beim Sonnenbaden in England.

Foto: Getty Images
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Bikini-Beauté: Die schönsten Deutschen bei der Wahl zur Miss Germany 1949 in Bad Homburg. Noch durften sie sich freizügig im just erfundenen Bikini präsentieren. Ab 1951 galt im Schönheitswettbewerb eine rigidere Moral und der Einteiler beherrschte den Laufsteg.

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Zeigt her eure Knie: In den zwanziger Jahren kam das Badetrikot auf. Die Frauen durften nun Knie zeigen. Das Bild von 1925 zeigt eine Wasserballettgruppe, die "Daily Dozen Girls", die sich am Brighton Beach in New York zu diesem hübschen Rund formatiert haben.

Foto: Getty Images
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Bademode aus Italien: Das Model aus den fünfziger Jahren posiert in einem trägerlosen Badeanzug. Der taillierte Schnitt des Oberteils, entworfen von einem italienischen Designer, betont die Rundungen der Frau. Der Sonnenhut war damals ein Pflicht-Accessoire für modebewusste Damen.

Foto: AP
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Bademode um 1910: Um nicht zu viel Haut zu zeigen, trugen die Damen um 1910 teilweise schwarze Strümpfe und sogar Schuhe am Strand - und im Wasser.

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Modepolizei: Ein Strand-Ordnungshüter misst am 30. Juni 1922 im Bundesdistrikt Washington, D.C. den Abstand zwischen Knie und Badeanzugsaum, der nicht größer sein darf als 15 Zentimeter - wie die moralinsauren Vertreter der örtlichen Behörde für öffentliche Gebäude und Gemeingrund beschlossen hatten.

Das Foto wurde von www.shorpy.com zur Verfügung gestellt.

Foto: Shorpy.com
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Strandperle: Erst ab den zwanziger Jahren durften Frauen nackte Knie zeigen. Dieses Model posiert 1923 in einer Riesenauster als "Strandperle" sogar bauchfrei - ein Vorgängermodel des Bikinis, der in den Vierzigern aufkam.

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Badekleider: In den zwanziger Jahren setzte sich international ein neuer, figurbetonter Stil bei den Bademoden durch. Plantschten die Frauen lange Zeit in kiloschweren Kleidern nebst Korsett, wurden die Strandkostüme nun immer kürzer und enger (Foto aufgenommen im Jahr 1922 in Florida).

Foto: AP
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Bunte Badeanzüge: In den zwanziger Jahren wurden die "Badestrampler" aus derben Stoffen wie Baumwolle oder Perkal hergestellt. Mut zur Farbe bewiesen 1927 diese Ausflügler auf dem Conneaut Lake in Pennsylvania.

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Unschicklich: Friedrich Ebert, rechts, und Wehrminister Gustav Noske hielten sich am 15. Mai 1919 zur Eröffnung eines Kinderheims der PRO-Stiftung im Ostseebad Haffkrug bei Travemünde auf. Beim Baden ließen sie sich von dem Strandfotografen Wilhelm Steffen gemeinsam mit PRO-Vorstandsmitgliedern (Josef Rieger als tauchender Neptun mit Dreizack) ohne "schickliches" Badekostüm fotografieren. Die spätere Veröffentlichung des Bildes löste einen Skandal aus. Die "Berliner Illustrierte Zeitung" nutzte diesen Ausschnitt des Bildes zur Diffamierung des Reichspräsidenten.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Wilhelm Steffen
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Stummfilmstars am Strand: Claire Anderson, links, und Rose Carter sitzen im Oktober 1918 mit nichts anderes als einem Fell bekleidet am Strand. So viel Freizügigkeit war bis dato selten zu sehen - auch nicht bei US-Filmschauspielerinnen.

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Der Monokini lebt: Auf einer Modenschau im Februar 2010 in New York City trägt Model Pamela Anderson einen knappen Monokini des Designers Richie Rich zur Schau.

Foto: ddp
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Arbeitsanzüge: Die australischen Schwimmerinnen Mina Wylie, links, und Fanny Durack posieren in ihrer "Berufskleidung". Das Foto wurde 1912, vermutlich in Stockholm, aufgenommen.

Foto: Getty Images
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Damals topaktuell: Zwei Geishas präsentieren die neuste Bademode Anfang des 20. Jahrhunderts. Streifen-Designs waren in Japan angesagt, Dekolletés verpönt.

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Traum in Wolpryla: Als "wolliges Wunder der Chemie" verkaufte die DDR-Wirtschaft die Synthetikfaser Wolpryla - die Bekleidungsindustrie fertigte aus dem neuen "Zauberstoff" unter anderem Badeanzüge (hier in einem Versandhaus-Katalog der siebziger Jahre abgebildet).

Foto: Versandhaus Leipzig
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Freibad-Mode: Berliner Studenten präsentierten am 30. Juni 1957 Bademode aus der Frühzeit des Strandbads. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen Frauen noch mit wallenden Kleidern plantschen, die, einmal mit Wasser vollgesogen, kiloschwer an ihnen herabhingen.

Foto: AP
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Das erste Schwimm-Trikot: "Ich will schwimmen - und das kann ich nicht mit einer Wäscheleine voll Stoff an meinem Körper!", verteidigte sich die australische Wettkampf-Schwimmerin und Schauspielerin Annette Kellerman, als sie 1907 mit einem enganliegenden, einteiligen Anzug mit Bein am Strand von Boston erschien. Doch die Polizei kannte kein Pardon und verhaftete sie sogleich wegen "anstößiger Enthüllungen".

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Der Burkini: Ein wenig seltsam sieht er schon aus - der Badeanzug für muslimische Frauen. Doch die Mischung aus Burka und Bikini ermöglicht uneingeschränktes Badevergnügen. Die Australierin libanesischer Abstammung Aheda Zanetti erfand den sogenannten Burkini. Erst gab es die muslimische Badeklamotte nur in dezentem Schwarz. Jetzt gibt es sie auch in leuchtend Rot und Gelb als Rettungsschwimmer-Uniform.

Foto: Matt King/ Getty Images
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Auf gleicher Linie: Nebst Badetrikot trugen die Frauen am Strand lange Zeit noch Badeschuhe und Badestrümpfe - nackte Füße galten bis ins 20. Jahrhundert hinein als verpönt (Foto von 1925).

Foto: Library of Congress
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Mode im Matrosenlook: Im 19. Jahrhundert versteckten Frauen und Mädchen ihre Formen bisweilen in biederen Matrosenkleidern, wenn sie an den Strand gingen. Allerdings war es nicht nur unbequem, sondern auch lebensgefährlich, mit einer solchen Montur ins Wasser zu springen (undatierter Druck).

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Alle in einem Bad: Ausflügler 1912 im Seebad Margate in Kent, Großbritannien. Dass sich Männer und Frauen gemeinsam im kühlen Nass verlustierten, war keineswegs selbstverständlich - noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts verboten die Badevorschriften an vielen Stränden das geschlechterübergreifende Plantschvergnügen.

Foto: Getty Images
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Jetzt wird's bunt: Ende der vierziger Jahre bewiesen die Designer Mut zur Farbe - in knallbunten, figurbetonten Badekleidern und Bikinis präsentieren sich diese Models.

Foto: AP
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Vorläufer des Bikini: Zwei Badenixen aus Koblenz zeigen bereits 1929 den Vorläufer des Bikini beim Baden.

Foto: Karl Schillinger
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Bademode um 1920: Für die Frauen war die Bademode der zwanziger Jahre beim Schwimmen oft sehr hinderlich. Das Foto wurde in Heilbronn aufgenommen.

Foto: Karl Schillinger
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Grelles Sonnenbad: Zwei sonnenhungrige Damen am Ufer des Gardasees, 1992. In den neunziger Jahren waren Bademoden in grellen Neonfarben voll im Trend.

Foto: Karl Schillinger
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Bikini auf dem Vormarsch: Der Bikini beginnt seinen Siegeszug und immer mehr Mädchen trauen sich das Tragen des modischen Badekleids zu - sehr zum Wohlgefallen der Männer, wie diese Szene am Gardasee im August 1960 beweist.

Foto: Karl Schillinger
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Praktisch: Ein Vorteil des Bikinis gegenüber dem Badeanzug ist die Möglichkeit des schnelleren Wechselns nach dem Schwimmen, wie diese Dame 1972 im Badeurlaub in Jugoslawien demonstriert. Man braucht nicht einmal eine Badekabine!

Foto: Karl Schillinger
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