Erfinder des Pilzkopfs - DER SPIEGEL
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Erfinder des Pilzkopfs Beatles mit Jürgen-Haarschnitt

Die ganze Wahrheit über die Beatles-Frisur - für Jürgen Vollmer ist sie existentiell. Als Teenager wehrte sich der heute 70-Jährige mit seiner Haarpracht gegen Spießigkeit und schuf so das Vorbild für den legendären Pilzkopf. Der Topfschnitt wurde zum Markenzeichen, doch sein Erfinder kämpft noch immer um Anerkennung. Von Christoph Gunkel
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Mop-top: Die Beatles - Paul McCartney, George Harrison, John Lennon und Ringo Starr (v.l.) - halten am 26. Oktober 1965 die Orden "Member of the Order of the British Empire" in die Kamera. Ihr Markenzeichen tragen sie hingegen auf dem Kopf. Der Topfhaarschnitt wird wegen seiner Ähnlichkeit zu einem Mopp im Englischen auch "mop-top" genannt.

Foto: epa PA/ dpa
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Trendsetter Vollmer: Bereits drei Jahre bevor die Beatles mit Pilzkopf-Haarpracht auftraten, zeigt sich Jürgen Vollmer auf diesem Foto von 1958 mit fransigem, glatt in die Stirn gekämmtem Pony. Die adrett Gescheitelten der damaligen Zeit waren skeptisch, die "Halbstarken" taten Vollmers Look verächtlich als "tuntig und feminin" ab, erinnert sich Trendsetter Vollmer.

Foto: Jürgen Vollmer
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Stirn geboten: Mittlerweile ist die Stirn von Jürgen Vollmer, der sich selbst als Erfinder der Pilzkopf-Frisur sieht, etwas höher und wieder frei. Als Teenager zettelte er eine haarige Revolution an: 1955 ließ er sich nach dem Schwimmunterricht die Haare in die Stirn fallen und trocknen - statt sie sich zu scheiteln oder zu einer Elvis-Tolle aufzutürmen, wie damals üblich. Die neue Frisur war zunächst verpönt, wenige Jahre später machten die Beatles sie zur Mode.

Foto: Jürgen Vollmer
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Einheitslook: Ganz in Schwarz, mit züchtigen Rollkragenpullovern und Frisuren-Einheitslook präsentieren sich die Beatles bei diesem undatierten Auftritt. John Lennon und Ringo Starr tragen die Haare hinten etwas länger, Paul McCartney mochte es offenbar kürzer - seine Ohren und seine Stirn lugen zumindest noch ein Stückchen hervor.

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Vor der Verwandlung: 1959 trug Ringo Starr seine Haare noch seitlich mit Pomade nach hinten frisiert und oben kunstvoll zur Schmalztolle aufgetürmt. Der sogenannten Pompadour-Frisur hatte Elvis Presley zum modischen Durchbruch verholfen.

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Nach der Verwandlung: Während der Glanzzeiten der Beatles zeigt sich Ringo Starr - was die Frisur angeht - solidarisch mit seinen Band-Brüdern und lässt sich einen Topfhaarschnitt verpassen. Das Bild zeigt den Schlagzeuger am 9. Februar 1964 beim Live-Auftritt in der "Ed Sullivan Show" in New York.

Foto: AP
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Beatles-Kopf: So sah John Lennon auf dem Kopf aus, nachdem Jürgen Vollmer im Oktober 1961 die Haare des Beatles "zerhackt" hatte, wie Lennon das Schaffen des Hobbyfriseurs später in einem Interview bezeichnete.

Das Bild zeigt John Lennon bei einem Auftritt im Dezember 1961 im Cavern Club in Liverpool.

Foto: Getty Images
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John Lennon: Der beliebte Beatle nach seiner Wandlung vom Pilzkopf zum Langhaarigen bei einer Pressekonferenz im New Yorker Americana Hotel am 13. Mai 1968.

Foto: Anonymous / AP
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Pilzköpfe: Die Beatles waren wohl die einzige Band, deren Spitzname sich aus der Frisur ergab. Das Foto zeigt die "Pilzköpfe" - vorne George Harrison, Paul McCartney und John Lennon (v.l.), hinten Ringo Starr - bei einem Live-Auftritt in der Ken-Dodd-Show am 1. November 1963. Zwei Jahre zuvor hatte Friseur Jürgen Vollmer den Liverpoolern den legendären Topfhaarschnitt verpasst.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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Fotografin Kirchherr: Für die Medien galt eigentlich Astrid Kirchherr als die Erfinderin der Pilzkopf-Frisur. Stuart Sutcliffe, der bis Frühjahr 1961 bei den Beatles als Bassist spielte, habe sich als erster von ihr umfrisieren lassen, erzählte Kirchherr in Interviews.

Die Aufnahme zeigt die Hamburger Fotografin Astrid Kirchherr am 6. Oktober 2000 in einer Fotoausstellung über John Lennon in Itzehoe.

Foto: dpa
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Die frühen Jahre: Bassist Stuart Sutcliffe (mit Sonnenbrille) soll laut Medienberichten als erster Beatle den Pilzkopf getragen haben - Jürgen Vollmer bestreitet dies. Unstrittig hingegen: Auf diesem Foto von 1960 zeigt sich Sutcliffe noch mit lässiger Wuschelfrisur. Das Bild, aufgenommen von John Lennon am Kriegsdenkmal im niederländischen Arnhem, zeigt außerdem Beatles-Manager Allan Williams, seine Frau Beryl, Williams' Geschäftspartner Lord Woodbine, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best (v.l.), der später durch Ringo Starr ersetzt wurde.

Foto: Getty Images
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Liverpooler Halbstarke: Noch ohne Schlagzeuger und ohne Pilzkopf-Frisur posieren die Beatles - George Harrison, John Lennon und Paul McCartney (v.l.) - auf dieser Aufnahme von etwa 1960 vor Pauls Zuhause in Liverpool.

Foto: Getty Images
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Haariger Harrison: Nicht Jesus, sondern George Harrsion mit Vollbart und langen Haaren auf einem Foto von 1970. Fünf Jahre zuvor (rechts) zeigte sich der Beatles-Gitarrist noch mit schulterlanger Pony-Frisur.

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Best of Best: Der damalige Beatles-Schlagzeuger Pete Best (links), der durch Ringo Starr ersetzt wurde, zeigt sich auf diesem Foto von 1962 als einziger von den vier Liverpoolern Musikern mit Schmalzlocke.

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Weltruhm für vier Pilzköpfe: 1963, als dieses Foto der Beatles beim Zeitunglesen entstand, gilt als das Jahr des Durchbruchs der Fab Four - ihr Markenzeichen, den Pilzkopf, trugen sie damals schon. Das Bild zeigt von links Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr und John Lennon.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?