Mehr als nur eine Hülle Revolution in bunt
Das erste Cover: Das Album "Smash Song Hits" der Broadway-Größen Richard Rodgers und Lorenz Hart war das erste Album mit einem gestalteten Cover. Dafür fuhr Steinweiss mit einem Fotografen zum Imperial Theater an der 45. Straße. "Ich überredete den Besitzer die Reklame eine Stunde lang so einzustellen, dass wir den Schriftzug 'Rodgers & Hart' fotografieren konnten."
Per Verpackung zum Verkaufsschlager: Steinweiss' Gestaltung des Covers von Beethovens "Klaviersonate Nr. 5" nahm den mehr als 30 Jahre später vom britischen Designstudio Hipgnosis entwickelten Coverklassiker von Pink Floyds "Dark Side Of The Moon" vorweg. Wenn auch auf der Neuinterpretation aus dem Piano ein gläsernes Dreieck geworden ist.
Alex Steinweiss: Der Erfinder des Plattencovers heute, im Alter von 92 Jahren.
Der Sound einer Abrissbirne: Kaum ein Covergestalter fand so eindrückliche Bilder für die Musik auf den Alben. Etwa für den "Swinging Big Sound" von Don Jacoby and the College All-Stars.
Sex sells: Steinweiss' erfolgreichstes Albumcover - es sei, so der Grafiker, bei Columbia-Records-Mitarbeitern wie beim Publikum gleichermaßen gut angekommen.
Gewagtes Motiv: 1950 schmückte Steinweiss das Album "Shéhérazade" mit zwei küssenden Männern.
Schräges Artefakt: Das Album mit dem Titel "Battle At Thunderblow" sollte in einer Auflage von hundert Exemplaren als Geschenk für treue Händler veröffentlicht werden. Das Cover zeigt nicht umsonst zwei Hintern mit einer Dunstwolke dazwischen. Auf der Schallplatte waren tatsächlich die Geräusche eines Furzwettbewerbs zu hören. Als Columbia-Chef Wallerstein Wind von Steinweiss' schulbübischem Streich bekam, untersagte er das Projekt.
Zwei begeisterte Raucher: Steinweiss liebte Brahms - und war ebenso wie der Komponist ein passionierter Zigarren-Connoisseur. "Offen gesagt glaube ich nicht, dass Brahms ohne Zigarre auch nur eine einzige Note zu Papier gebracht hätte", sagte Steinweiss einmal, "so wie bei mir ohne Zigarre kein Bild zustande gekommen wäre."
Zu Hause am Schreibtisch: Dieses Bild von Steinweiss erschien am 9. April 1947 in dem US-Jazzmagazin "Downbeat". Der Titel des Artikels - "Schallplatten verkaufen sich besser mit gestalteter Hülle".
Tanzende Farben und Formen: Auf Covern wie dem zu "Contrasts in Hi-Fi" von Bob Sharples wollte der Grafiker Alex Steinweiss mit geschwungenen Formen und farbigen Flächen einen Eindruck vom Klang der Musik entstehen lassen.
In diesen Buchstaben steckt Musik: Der Schrifttyp "Steinweiss Scrawl" wurde von dem Plattencoverpionier eigens für die Gestaltung von Albumhüllen entwickelt.
Auf beleuchtetem Posten: Für George Gershwins berühmte Jazz-Sinfonie "Rhapsody In Blue" stellte Steinweiss ein einsames Piano unter eine Laterne - und ließ im Hintergrund die Silhouette einer Großstadt aufragen.
Liebe zur Musik: Mit überschwänglichem Strich, sattem Rosa und einer aufsteigenden Taube zeigte Steinweiss seine Begeisterung für die Rachmaninoff-Interpretationen der Mezzosopranistin Jennie Tourel.
Gershwins "Concerto in F": Für diese Komposition ließ Steinweiss die Schrift in den Nachthimmel aufsteigen wie eine Melodie.
Collagen-Kunst: Die Collage auf dem Bing-Crosby-Album signierte Steinweiss mit Piedra Blanca - eigentlich sein Künstlername für nicht kommerzielle Bilder.
Freie Kunst nach Noten: Nachdem sich Steinweiss als Coverdesigner zur Ruhe gesetzt hatte, begann er als freier Künstler seinen liebsten Musikstücken Bilder zu widmen - wie das Gemälde "Turandot" nach der Oper von Giacomo Puccini.
Abstrakte Klänge: Immer wieder suchte Steinweiss nach Möglichkeiten, Musik zu visualisieren. Dieses Cover ist einer seiner liebsten Entwürfe. Die gelbe Farbexplosion soll die Ausbreitung des Klangs beim Anschlagen einer Saite symbolisieren.
Folklore für den Erstkontakt: Mit kitschigen Motiven wie diesen versuchte Steinweiss, Hörern den Einstieg in die klassische Musik zu erleichtern.