Erfindung des Elektrorasierers - DER SPIEGEL
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Erfindung des Elektrorasierers Eine glatte Eins!

Das Ende der Rasur-Tortur: 1931 kam der Elektrorasierer auf den Markt. Erfunden wurde der Glattmacher von einem Goldgräber, der sich sein Rasierwasser nicht länger aus einem vereisten See holen wollte. Zum erfinderischen Durchbruch verhalfen ihm zwei schwere Schicksalsschläge.
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Leck mich: Mit der Erfindung des Elektrorasierers hatten technisch interessierte Männer ein neues Spielzeug. Der tollpatschige Mr. Bean, hier in "Der ultimative Katastrophenfilm" von 1997, ging mit seinem Remington-Rasierer allerdings ein wenig zu intensiv auf Tuchfühlung.

Foto: ddp images
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Immer glatt rasiert: Der US-amerikanische Berufsoffizier Jacob Schick verabschiedete sich 1919 aus der Armee, um sich ganz der Entwicklung eines elektrischen Trockenrasierers widmen zu können. Am 18. März 1931 ging er mit seinem Modell an den Markt - und war ein gemachter Mann. Das Porträt des glattrasierten Tüftlers wurde 1937 aufgenommen, als sich die Firma Schick schon zum weltweit führenden Hersteller von Elektrorasierern etabliert hatte.

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Der letzte Schick: Über den Fortschritt in der Rasurtechnologie waren in den fünfziger Jahren offenbar auch Kinder und Frauen erfreut. "Der beste Grund, ihm einen neuen 'Schick' zu schenken, kommt nach der Rasur", versprach diese Werbung von 1958.

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Schluss mit der Schaumschlägerei! Um die Männerwelt für ihre Sache zu gewinnen, priesen die Firmen in großen, teils sehr textlastigen Werbeanzeigen die Vorzüge der Trockenrasur. "Ich habe Kratzer und Narben satt. Ich will nicht mehr daran denken, ständig neue Klingen zu kaufen", zitiert diese Kampagne für den Schick-Rasierer "20" (erschienen am 3. Oktober 1953 in der "Saturday Evening Post") einen imaginären Elektrorasierer-Fan.

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Per Zigarettenanzünder gegen die Stoppeln: Der US-Baseball-Star Salvatore Anthony Maglie führte 1957 mit großer Lässigkeit den Elektro-Rasierer für das Auto vor - das Gerät ließ sich einfach in den Zigarettenanzünder des Wagens stöpseln.

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Für den eiligen Mann: Wer, wie Peter Alexander (li., in der Komödie "Hochzeitsnacht im Paradies" von 1962, Szenenfoto mit Gunther Philipp) wenig Zeit zu verlieren hatte, rückte dem lästigen Gesichtshaar elektronisch zu Leibe. So geriet der E-Rasierer zum Symbol für Fortschritt, Erfolg und Effizienz.

Foto: ddp images
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Bartpflege am Bahnhof: Solche klobigen Automaten, die nach Münzeinwurf einen eingebauten Rasierer zum Surren brachten, sollten im Sinne ihrer Konstrukteure in Büros, an Bahnhöfen und anderen öffentlichen Plätzen stehen - so richtig durchsetzen konnte sich die Erfindung allerdings nicht. Vielleicht weil die Kunden an der Hygiene des Geräts zweifelten, wenngleich die Hersteller garantierten, dass der Apparat nach jedem Gebrauch desinfiziert werde.

Dieser Artikel erschien im Juni 1940 in dem US-Wissenschaftsmagazin "Popular Science".

Foto: blog.modernmechanix.com
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Kinderpopo im Gesicht: Schauspieler und Regisseur Til Schweiger lieh 2009 der Werbekampagne für Braun-Rasierapparate sein Gesicht. Erklärtes Ziel: die Bekehrung der starken Fraktion der Nassrasierer. Nachdem die Elektrorasierer in den fünfziger und sechziger Jahren in Deutschland boomten, hat die Nassrasur in den vergangenen Jahrzehnten wieder deutlich an Boden gewonnen.

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Rasieren mit Schwinge-Klinge: Mit Slogans wie "Sirama rasiert besser als Apparat und Messer" warb Siemens für seine Rasiermaschine "Sirama" (Werbung von 1934). Der Rasierer funktionierte zwar mit einer elektrisch bewegten Klinge - das allmorgendliche Einseifen machte er jedoch noch nicht überflüssig.

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Riesen-Rasierer: Die Ausstellung "World's Fair" 1939 in New York City stand unter dem Motto "Die Welt von morgen" und präsentierte dem Publikum zukunftsweisende Erfindungen. Um den Elektro-Rasierer zu vermarkten, rückte die US-Firma Remington der Dickhäuter-Dame "Trixie" mit einem überdimensionalen Gerät zu Leibe.

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Unter Dampf: 1874 entwickelte J. E. Pindecker einen 30-Klingen-Rasierapparat, der mit Dampf betrieben wurde. Sechs Herren, deren Köpfe nach hinten fixiert waren, hätten mit der Maschine in nur fünf Sekunden rasiert werden können, versprach der Erfinder - und rechnete vor, dass mit Hilfe seiner erdachten Konstruktion ein Barbier an einem Arbeitstag alle Männer New Yorks hätte abfertigen können. Trotz des rationellen Fortschrittsgedankens wurde die Maschine nie gebaut - zu groß war wohl die Angst der Männer, bei der Rasur aus Versehen Ohren, Backen oder Kinn zu verlieren.

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Links Croissant, rechts Rasierer: In der Moka Bar im Londoner Stadtteil Soho konnten sich in den fünfziger Jahren die Spätaufsteher unter den Café-Gästen nebst Frühstück auch einen Rasierapparat bestellen.

Foto: Getty Images
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Der Bart muss ab: Mit glattrasierten Strahlemännern versuchte die US-amerikanische Firma Remington, die Männerwelt für die neuen Rasierer zu begeistern (Werbung von ca. 1960).

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Maschine mit Fingerspitzengefühl: Im nuklearen Eifer der fünfziger Jahre bauten Techniker einen atombetriebenen Roboter-Rasierer, der genauso feinfühlig sei wie die menschliche Hand - versicherten zumindest die Entwickler. Der Proband auf dem Foto schien ihrem Versprechen Glauben zu schenken.

Foto: Getty Images
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Scharfes Geschenk: Der Elektrorasierer - hier eine Reklame für den Schick "20" von 1953 - war in den fünfziger und sechziger Jahren eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke. Rund 40 Prozent der Käufer waren Frauen, die ihren Ehemännern die Geräte unter den Weihnachtsbaum legten.

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Zum Küssen schön: Für US-Soldaten auf Heimaturlaub wusste Remington das passende Präsent zu Weihnachten - einen elektrischen Rasierer. Mit dem Slogan "Manche Männer (und Mädels) haben immer Glück", bewarb Remington sein Produkt (Anzeige von ca. 1960).

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Werbung mit den Waynes: Für diese Anzeige zeigte sich Leinwand-Raufbold und Frauenheld John Wayne mal von seiner glatten Seite. Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Esperanza Baur warb der Schauspieler 1957 für den Remington-Rasierer als Geschenk: Für sie gab es den Apparat in der Ausführung Rosa, für ihn in schlichtem Grau - aber sh-h-h, das sollte eine Überraschung werden. Praktisch für Wayne war, dass er mit der Reklame zugleich die Werbetrommel für seinen neuen Kinofilm "Legend of the Lost" rühren konnte.

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Ein "Tourismo" für den Touristen: Der Philips-Rasierer XTR7 in der Knallfarbe Nevada in Mokassin-Leder verpackt - die Träume der Deutschen gingen 1972 in die Ferne, Flugreisen mit Handköfferchen waren "in".

Eingereicht von einestages-Leserin Kathrin Bonacker.

Foto: Dr. Kathrin Bonacker/Werbeanzeige aus dem kulturwissenschaftlichen Anzeigenarchiv, Marburg, Ausschnitt aus: Spiegel 31/1972
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