Erfindung des Rollkoffers Zieh!
Wie im Film: Der französischen Firma Delsey gelang 1972 ein Scoop, denn ihr rollender Hartschalenkoffer trug den Namen "Trolley". Dieser schaffte das, wovon jedes Unternehmen träumt: Er wurde über die Jahrzehnte zum Synonym für ein Produkt, den Rollkoffer. Im Film "Zoolander" zog Ben Stiller als Model ebenfalls einen Trolley hinter sich her.
Ziiiiiieh: Als Bernard Sadow seinen Rollkoffer patentieren ließ, war seine eigentlich geniale Idee trotzdem zum Scheitern verurteilt. Die Kaufhäuser, denen er seine Erfindung anbot, lehnten dankend ab - niemand würde seinen Koffer an einer Leine hinter sich herziehen, so das Argument. Und auch die Nachfrage...
...hielt sich in Grenzen. Vielreisende waren zu jener Zeit noch meist männlich und reich. Deshalb war entweder das Selbertragen zwecks Beeindrucken der Freundin oder das Mieten eines Trägers üblich. Doch nicht nur das Rollenbild änderte sich, die Rollen änderten ebenfalls eine Menge. Nun bewegte auch Frau den schwersten Koffer.
Gezeichnete Erfindung: Hier sieht man eine Zeichnung aus dem US-Patentantrag für den auf Rollen ziehbaren Koffer von von Bernard D. Sadow. Die Rollen waren noch an der Längsseite des Koffers angebracht. Statt der später üblichen (und praktischeren) Teleskopstangen verwendete der US-Amerikaner Sadow ein Band. Reich wurde der Erfinder mit seiner Idee nicht - im Gegensatz zum Piloten Robert Plath, der sich 17 Jahre später mit einem weiterentwickelten Modell durchsetzte.
Ausgedient: Diese Gepäckkarre stammt aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und sollte dem, der sie nutzte, das Tragen schwerer Koffer abnehmen. Dieses Prinzip machten sich später auch die Rollkoffer zunutze - und sorgten so ganz nebenbei für das Aussterben eines Berufs: Lange verdienten Gepäckträger an Bahnhöfen oder Flughäfen ihr Geld mit Menschen, die ihre Taschen und Koffer nicht selbst tragen wollten.
Dickes Ding: Während der 100. Chinesischen Konsumgütermesse in der südchinesischen Stadt Guangzhou versuchen Angestellte, einen riesigen Rollkoffer zu bewegen. Der Koffer wurde als der größte der Welt bestätigt und ins "Guinness-Buch der Rekorde" aufgenommen. Er misst 175 mal 115 mal 46 Zentimenter.
Koffer an der Leine: Der Unternehmer Rob Law ist gerade von Queen Elizabeth II. in einer feierlichen Zeremonie zum Ritter geschlagen worden - und posiert neben dem Orden auch mit einem ganz speziellen Rollkoffer. Dieser sieht aus wie ein Hund der Rasse "Corgi" - eine Hundeart, die der Königin sehr gefallen soll. Die Szene spiegelt genau die Sorge wider, die in den siebziger Jahren die Verbreitung des Rollkoffers verhinderte. Das Hinterherziehen eines Koffers an einer Leine wurde mit dem Gassigehen von Hunden gleichgesetzt. Und wer wollte seinen Koffer schon mit einem Haustier verglichen haben?
Kinderleicht: Wie so oft hat die Evolution eines Produkts mit der Zeit auch die Zielgruppe der Kinder erreicht. Dank der Rollen können diese ihr Gepäck selbst ohne Probleme bewegen - wie hier die Tochter des Schauspielerpaars Antonio Banderas und Melanie Griffith.