Ermächtigungsgesetz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ermächtigungsgesetz "Die SPD hat die Ehre der Weimarer Republik gerettet"

Am 23. März 1933 entmachtete die Weimarer Republik sich selbst. Im Interview mit einestages spricht der Historiker Heinrich August Winkler über die Rolle der SPD, der Kommunisten und bürgerlichen Parteien und die Lehren für die Gegenwart.
1 / 9

Hitlers Kabinett: Eine kolorierte Aufnahme der ersten Ministerriege der nationalsozialistisch geführten Reichsregierung. Ganz rechts der Verleger und DNVP-Vorsitzende Alfred Hugenberg, jetzt Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister. Hugenberg hatte, nicht zuletzt in der Hoffnung auf ein Ministeramt, alles getan, um Hitler an die Macht zu bringen. Am 30. Januar wähnte auch er sich am Ziel - doch schon drei Monate später musste er von allen Ämtern zurücktreten, seine Deutsch-Nationale Volkspartei wurde aufgelöst.

2 / 9

Rede Adolf Hitlers zum Ermächtigungsgesetz: Der nationalsozialistische Reichskanzler Adolf Hitler begründet vor dem Reichstag das "Ermächtigungsgesetz". Nach dem Brand des Reichstagsgebäudes tagte das Parlament in der Kroll-Oper am Königsplatz in Berlin. Rechts im Bild die Regierungsbank.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-14439

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
3 / 9

Otto Wels: Der damalige SPD-Chef Otto Wels (1873-1939) erwiderte auf die Rede Adolf Hitlers vor der Abstimmung zum Ermächtigungsgesetz im Reichstag 1933: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht".

4 / 9

SA-Männer vor SPD-Häftlingen: Pogromstimmung gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und andere antifaschistische Kräfte waren die ersten Auswirkungen der Hitlerdiktatur. Bereits im Februar 1933 entstanden die ersten Konzentrationslager. Auch eine Reihe sozialdemokratischer Funktionäre wurden im August 1933 von SA-Schergen verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg verschleppt. Unter ihnen waren - auf dem Foto von rechts nach links: Kurt Magnus, Hans Flesch, Heinrich Giesecke, Alfred Braun, Friedrich Ebert und Ernst Heilmann.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R88978

5 / 9

Handschlag mit Hindenburg: Reichspräsident Paul von Hindenburg wird am 21. März 1933 von Reichskanzler Adolf Hitler und Reichswehrminister von Blomberg vor der Garnisonskirche in Potsdam begrüßt. Von Hindenburg wurde Hitler am 30. Januar zum Reichskanzler ernannt.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-16082

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
6 / 9

Ankunft der alten Garde: Der Tag von Potsdam am 21. März 1933 war eine Inszenierung der Nationalsozialisten anlässlich der Einberufung des neuen Reichstages. Durch die Beflaggung der Stadt mit kaiserlichen schwarz-weiß-roten sowie Hakenkreuzfahnen wurde eine symbolische Verbindung "vom alten und neuen Deutschland" dargestellt, die Feierlichkeiten sollten den Rückhalt im Volk stärken und Stimmen für das zwei Tage später verabschiedete Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten werben.

Signatur im Bundesarchiv: B 145 Bild-P018948

7 / 9

Beschwichtigung und Vereinnahmung: Der historische Tag von Potsdam am 21. März 1933. Reichspräsident von Hindenburg in der Garnisonkirche während der Rede Adolf Hitlers, der von einer "Vermählung zwischen den Symbolen der alten Größe und der jungen Kraft" predigte. Zwei Tage später wurde das Ermächtigungsgesetz verabschiedet, welches Hitler für zunächst vier Jahre unbeschränkte Macht verschaffte.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-16093

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
8 / 9

Strategische Umarmung des alten Kaiserreichs: Reichskanzler Adolf Hitler im Gespräch mit dem deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen während der Feier vor der Garnisonskirche in Potsdam am 21. März 1933.

Signatur im Bundescharchiv: Bild 102-14437

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
9 / 9

Heinrich August Winkler: Der Berliner Historiker am 26. März 2004 in Hamburg. Heinrich August Winkler, 1938 in Königsberg geboren, hatte bis 2007 den Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin inne und gilt als einer der profundesten Kenner der Geschichte der Weimarer Republik. Das SPD-Mitglied arbeitet derzeit an einem Buchprojekt zur Geschichte des Westens.

Foto: ddp
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?