Geheimnisverrat im Vatikan Ist der Maulwurf gefunden?
Der Vatikan steckt in der Krise: In den vergangenen Monaten kamen immer wieder Interna aus dem Kirchenstaat an die Öffentlichkeit.
In den internen Dokumente, die aus dem Vatikan an italienischen Medien gegeben wurden, ging es unter anderem um Korruptionsvorwürfe, ein angebliches Mordkomplott gegen den Papst sowie das Finanzgebaren der Vatikanbank IOR.
Papst Benedikt XVI. ernannte im März eine übergeordnete Kommission, "um Licht auf die ganze Angelegenheit zu werfen", berichtete "L'Osservatore Romano".
Erzbischof Angelo Becciu (hinten) warf den Verantwortlichen für die Weitergabe der Informationen Unredlichkeit und gemeine Feigheit vor.
Becciu sagte, die Informanten hätten ihre privilegierte Stellung ausgenutzt, um Dokumente publik zu machen, deren "Vertraulichkeit zu respektieren sie verpflichtet waren". Dadurch sei in der Öffentlichkeit ein Bild der Römischen Kurie entstanden, das nicht der Realität entspreche.
Ettore Gotti Tedeschi wurde am 24. Mai als Präsident der Vatikanbank abgelöst. Seit November 2010 steht der 67-Jährige gemeinsam mit einem weiteren Top-Manager unter dem Verdacht der Geldwäsche. Im September 2009 war er angetreten, um die Vatikanbank IOR in das globale Zeitalter zu führen. Papst Benedikt XVI. hatte den langjährigen Italien-Chef der spanischen Banco Santander an die Spitze der IOR berufen, um Klarheit in die Geschäfte zu bringen - doch Tedeschi erreichte offenbar das Gegenteil.