Ermittlungspannen im Emder Mordfall - DER SPIEGEL
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Tatverdächtiger Ermittlungspannen im Emder Mordfall

Der mutmaßliche Mörder einer Elfjährigen war wegen pädophiler Neigung in psychiatrischer Behandlung. Als Teil dieser Therapie zeigte er sich selbst bei der Polizei an - doch die Ermittler ließen den jungen Mann wieder aus den Augen. Nun wird auch gegen Beamte ermittelt.
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Gebäude der Polizei in Emden mit dem Cine-Star-Kino und dem direkt dahinter liegenden Parkhaus am Wasserturm: In einem Notausgang des Parkhauses wurde am 24. März die Leiche einer Elfjährigen entdeckt. Im Zuge der Ermittlungen zu dem Mord wurden mehrere gravierende Fehler der Polizei bekannt.

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Polizeidirektion Aurich/Wittmund: Unter anderem wurde am Mittwoch bekannt, dass der 18-Jährige, der den Emder Mädchenmord gestanden hat, bereits im Oktober 2010 eine Siebenjährige sexuell genötigt hatte. Verfolgt wurde dieser Missbrauch aber nicht. Gegen mehrere Polizisten aus Aurich wurde nun ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Zudem brachte die Staatsanwaltschaft Aurich ein Strafverfahren wegen Strafvereitelung im Amt auf den Weg.

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Pressekonferenz in Osnabrück: Ein Durchsuchungsbeschluss sei am 30. Dezember 2011 bei der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund eingetroffen - aber bis zur Festnahme des Tatverdächtigen nicht umgesetzt worden, sagte Friedo de Vries (l.), der stellvertretende Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, am Dienstag: "Allein der Umstand, dass das passieren konnte, ist so schwerwiegend, dass ich ihn unverzüglich aufgeklärt haben will."

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Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) räumte am Mittwoch Fehler ein - und machte vor allem den Polizisten schwere Vorwürfe: Es sei nicht nachvollziehbar, warum nicht unmittelbar gehandelt worden sei. Der Politiker sprach von einem "individuellen Versagen". Ein strukturelles Problem bei der Polizei in Niedersachsen sehe er nicht. "Es gibt klare gesetzliche Vorgaben, wie mit so einem Fall umgegangen wird", sagte Schünemann, der deshalb auch einen Rücktritt ausschloss.

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Taucher suchten am Mittwoch in Emden nach der Waffe, mit der das Mädchen umgebracht wurde.

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Die Ermittler konzentrieren sich bei der Suche nach der Tatwaffe auf die Wallanlagen ganz in der Nähe des Parkhauses. "Sie verfolgen Spuren, nachdem ein Suchhund diesen Weg gegangen ist", sagte Martin Lammers, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

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