Smithsonian Institute Kannibalismus in Jamestown
Anthropologe Douglas Owsley vom Smithsonian Institute: Die ersten dauerhaften englischen Siedler in Amerika wurden in der Not zu Kannibalen - das hat eine kriminaltechnische Untersuchung von Knochen durch das Team des Wissenschaftlers ergeben.
Rekonstruktion von "Jane": Das 14-jährige Mädchen wurde im Hungerwinter 1609/1610, als 80 Prozent der Kolonisten von Jamestown starben, offenbar von ihren Mitmenschen gegessen.
Scharfe Einschnitte am Unterkiefer: Sie deuten nach Meinung der Forscher auf den Versuch hin, Gewebe von Gesicht und Hals zu entfernen.
Vier oberflächliche Einschnitte an der Stirn: Sie sind auf einen gescheiterten ersten Versuch zurückzuführen, den Schädel zu öffnen.
Spuren an der Unterseite des Unterkiefers: Die Spuren lassen nach Meinung der Experten keinen anderen Schluss als Kannibalismus zu.
Knochen von "Jane": "Der klare Vorsatz war, den Körper zu zerlegen, das Gehirn zu entnehmen und das Fleisch vom Gesicht zu entfernen und zu essen", sagt Anthropologe Douglas Owsley.
Schädel von "Jane": Vielleicht starb das Mädchen an einer natürlichen Ursache und wurde dann gegessen.
Anthropolgoe Owsley, Nachbildung von "Janes" Kopf: "Jedes verfügbare Fleisch wurde gebraucht." Die Menschen seien verzweifelt gewesen.
Dass es auch Kannibalismus gab, wird seit Jahrzehnten unter Wissenschaftlern diskutiert. Nach Ansicht des Smithsonians ist die Frage durch die Untersuchung der Funde nun eindeutig beantwortet.
Die Knochen waren an der Siedlung im US-Bundesstaat Virginia gefunden worden.