Erste deutsche Kolonie - DER SPIEGEL
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Erste deutsche Kolonie Des Kaisers neues Reich

Am Anfang stand ein dreister Betrug: Vor 125 Jahren luchste ein Bremer Tabakhändler den Ureinwohnern ein riesiges Gebiet in Afrika ab. Schon bald wurden die "Hottentotten" aus Deutsch-Südwestafrika zur Jahrmarktsattraktion. Es war der Beginn des wilhelminischen Kolonialismus - mit all seinen Schattenseiten.
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Herero: Eine Gruppe Herero mit einem Karren in Südwestafrika, fotografiert um 1910. Nach ihrem verlorenen Aufstand gegen die weißen Siedler von 1904 wurden die wenigen am Leben gebliebenen Herero in sogenannten Konzentrationslagern interniert, wo fast die Hälfte von ihnen starb.

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In Ketten: Die deutschen Kolonialherren betrachteten in Südwestafrika nicht nur das Land als ihr Eigentum, sondern auch die dort lebenden Menschen. Für "widerspenstige Eingeborene" galt die Prügelstrafe.

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"Hoffnungslos unzugänglich": Eine Nama-Familie vor ihrer Hütte. Die Deutschen pflegten ein extrem rassistisches Bild der Afrikaner. "Der in kindlicher Albernheit und blödem Stumpfsinn dahin dämmernde Neger wird durch nichts dem civilisierten Menschen näher gebracht werden können, als durch ernste Arbeit", schreibt etwa die "Deutsche Kolonialzeitung".

(Signatur im Bundesarchiv: Bild 105-DSWA0093)

Foto: Das Bundesarchiv/Walther Dobbertin
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Vor einem Pontok: Eine afrikanische Großfamilie in Deutsch-Südwest vor ihrer Rundhütte. Durch die Kolonialisierung verloren die Eingeborenen immer mehr Land an die weißen Siedler.

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Kriegsgefangene: Die Postkarte, ein nachkoloriertes Bild, ist beschriftet mit "Gruppe Kriegsgefangener Hottentotten Deutsch-Süd-West-Afrika". Die Schwarzen waren für die deutschen Kolonialherren "exotische Untermenschen", die zuhause im Reich auch auf Jahrmärkten und im Zoo neben Elefanten und Tigern ausgestellt wurden.

(Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-1981-157-15)

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Adolf Lüderitz auf Reisen: Eine Abordnung von Kolonialisten in Südwestafrika auf dem Weg ins Landesinnere zum Orange River.

Foto: BILDARCHIV DER DEUTSCHEN KOLONIALGESELLSCHAFT
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Herero-Frau: Zwischen den Kolonialisten und den Herero kam es in Deutsch-Südwestafrika immer wieder zu Konflikten, 1904 schließlich zum Herero-Aufstand. Nach unterschiedlichen Schätzungen starben dabei zwischen 35 und 80 Prozent der gesamten Volksgruppe.

Foto: BILDARCHIV DER DEUTSCHEN KOLONIALGESELLSCHAFT
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Kolonialisierte Kinder: Die Volksgruppe der Nama, die - wie auch die der Herero - in Südwestafrika lebte, wurde von den deutschen Kolonialherren abfälllig "Hottentotten" genannt.

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Adolf Lüderitz: Nachdem der Kaufmann 1885 finanzielle Verluste erlitten hatte, verkaufte er sein Land in Afrika an die Deutsche Kolonialgesellschaft. Ein Jahr begab er sich auf Diamantensuche und verschwand dabei spurlos. Gerüchte besagten, er sei ertrunken - oder aber von Eingeborenen erschlagen worden.

Foto: BILDARCHIV DER DEUTSCHEN KOLONIALGESELLSCHAFT
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Bewohner der Kolonie: Ein Nama-Mann und ein Kind sitzen vor ihren Hütten. Die Kolonialherren ließen die Eingeborenen Zwangsarbeit verrichten und hielten sie in Armut.

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In der Lüderitzbucht: Hier entstand die erste Handelsniederlassung von Adolf Lüderitz. Noch heute trägt die an dieser Stelle gegründete Stadt Lüderitz in Namibia seinen Namen.

Foto: BILDARCHIV DER DEUTSCHEN KOLONIALGESELLSCHAFT
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Heinrich Göring: Der erste kaiserliche Kommissar in Deutsch-Südwestafrika trat 1885 sein Amt an. Sein Sohn Hermann wurde später eine der führenden Figuren des "Dritten Reichs".

Foto: BILDARCHIV DER DEUTSCHEN KOLONIALGESELLSCHAFT
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Lüderitzbucht: Mit der Kolonialisierung Afrikas verfolgte das Deutsche Reich gleich mehrere Ziele. Man wollte Bodenschätze und Land für deutsche Siedler sichern.

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Trickreiche Verhandler: Heinrich Vogelsang (l.) mit zwei Mitarbeitern der Firma Lüderitz. Im Mai 1883 erwarben sie für ihren Auftraggeber, den Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz, Land in Afrika.

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Gefangene Herero: "Eine Wagenladung gefangener Hereros auf dem Transport nach Swakopmund", so wurde das Bild kurz nach seiner Entstehung 1904 beschriftet. Während des Herero-Aufstandes errichten die Deutschen in Südwestafrika sogenannte Konzentrationslager für die Eingeborenen.

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Askari in Behelfsuniform: Die Lettowtruppe in Ostafrika verstand es meisterhaft, ihre Not an Waffen und Ausrüstung immer wieder in den Griff zu bekommen. Sie schauten ständig nach Ersatz und lebten von dem, was sie ihren Feinden abnahmen. Dadurch sah die Truppe bald sehr buntscheckig aus.

Eingereicht von einestages-Leser Karl Schillinger.

Foto: Karl Schillinger
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