Erste elektrische Christbaumkerzen Weihnachtswunder aus der Steckdose
Bunte Lichtspiele: 1903 kam das erste elektrische Kerzen-Set für den Christbaum auf den Markt. Die Lichterkette musste einfach nur in die Steckdose gesteckt werden.
Während anfangs die Hausbesitzer für viel Geld einen sogenannten Wireman kommen lassen mussten, der für die elektrische Beleuchtung ihres Weihnachtsbaums sorgte, änderte sich das zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Fortan...
...konnten sich Familien den teuren "Verkabler" sparen. Statt mehrerer hundert Dollar, damals ein stattliches Vermögen, kostete die elektrische Beleuchtung des Weihnachtsbaums nun weitaus weniger: nämlich zwölf Dollar.
Ins Licht gerückt: Der erste elektrisch beleuchtete Weihnachtsbaum stand im Dezember 1882 im Hause von Edward Johnson, Vizepräsident der Edison Electric Light Company, in der 5th Avenue in Manhattan. Johnsons eher bescheiden gewachsener Christbaum wurde von der Presse als Sensation gefeiert.
Meister des Lichts: Die Idee der elektrischen Beleuchtung aus bunten Glühbirnen hatte sich der gewiefte Geschäftsmann Johnson, der so Werbung in eigener Sache machte, von seinem Partner Thomas Edison abgeguckt.
Bling-Bling im Weißen Haus: Im Yellow Oval Room im Weißen Haus ließ 1895 US-Präsident Grover Cleveland - inspriert von Johnsons Christbaum - die erste elektrisch beleuchtete Weihnachtstanne aufstellen.
Mittlerweile...
...wird jedes Jahr in einem feierlichen Akt der "National Christmas Tree" vor dem Weißen Haus in Washington errichtet. Zu Weihnachten 2001, als George W. Bush US-Präsident war, war es eine circa zwölf Meter hohe Blautanne aus Colorado, die mit Tausenden blauen, weißen und roten Lichtern geschmückt war.
Siegeszug der Kunstkerzen: Genau einen Monat vor Heiligabend im Jahr 1900 war in dem US-Wissenschaftsmagazin "Scientific American" die erste Werbung für elektrische Weihnachtsbaumkerzen abgedruckt. Doch erst mit der Elektrifizierung vieler Haushalte entwickelte sich die elektrische Lichterkette zum Massenprodukt.
Künstliches Glitzern: Dieser Weihnachtsbaum ist mit einem frühen Modell eines Kerzen-Sets von General Electric geschmückt.
Formenvielfalt: Die Glühbirnen der ersten elektrischen Lichterketten sahen noch anders aus als die heutigen Standardlichter.
Schreckensszenario: Das Unternehmen General Electric warb vor allem mit dem Vorzug, dass bei seinen elektrischen Lichterketten keine Brandgefahr mehr bestehen würde.
Wächserne Vorgänger: Sicherheit hin oder her - Nostalgiker und Romantiker bevorzugen nach wie vor echte Kerzen an ihrem Weihnachtsbaum.
Santa-Claus-erprobt: Kurz nach dem Ersten Weltkrieg warb auch die Firma M. Propp für Kerzen-Sets, die der Weihnachtsmann höchstselbst und die Underwriter's Laboratories (UL) auf Sicherheit getestet haben sollen. Die UL vergaben 1905 die ersten Gütesiegel für Lichterketten.
Weihnachtliche Erleuchtung: Die ersten elektrischen Lichterketten konnten sich die Christbaum-Pioniere wahlweise kaufen oder mieten. General Electric pries stets an, wie "ungefährlich, rauchfrei und geruchlos" ihr Produkt sei.
"Vorzügliche Wirkung": Bald kam der Trend der elektrischen Weihnachtsbaumbeleuchtung auch in Deutschland an. 1908 warb die "Allgemeine Elektricitaets-Gesellschaft" für ihre Miniaturlampe.
Erleuchtetes Berlin: Das Land Norwegen spendete 2003 den Christbaum, der vor dem Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz aufgestellt wurde.
Seit dem Mauerfall schenkt die Kommune Frogn der deutschen Hauptstadt jedes Jahr eine Tanne zu Weihnachten - als Symbol des Friedens und der Solidarität mit dem wiedervereinigten Deutschland.